Der letzte Blogeintrag

Ohne Abschied gibt es kein Wiedersehen. -Anonym

MEMORIES- unsere Abschiedscollage, die wir für den Aufenthaltsraum erstellten
MEMORIES- unsere Abschiedscollage, die wir für den Aufenthaltsraum erstellten

Da bin ich nun wieder zurück.. Zurück in der spätsommerlichen deutschen Sonne, zurück in „meinem“ kleinen, beschaulichen Dörfchen , das an das weite Moor angrenzt, zurück in dem doch so gewohnten und heimatlichen Umfeld, zurück zu Hause.

 

Die Weite der unterschiedlichen Gefühle, die ich momentan empfinde, ist...groß. Euphorie darüber, jetzt meine Zukunft in die Hand zu nehmen und die nächsten Schritte meines Lebens zu planen; Freude darüber, mich wieder frei zu Fuß und mit dem Fahrrad bewegen zu können; Dankbarkeit, meine Familie und Freunde gesund und zufrieden wieder anzutreffen.

 

Doch dann gibt es auch diese Momente, in denen ich einfach wünschte, ich könnte die Zeit zurückdrehen und einfach noch einmal mein südafrikanisches Leben leben. Momente, in denen ich das Geschrei, das Gelächter, die Küsse und Umarmungen „meiner“ Kinder, die mir so sehr ans Herz gewachsen sind, vermisse. Momente, in denen ich wünschte, wieder Afrikaans mit den Mitarbeitern reden zu können, stundenlang mit den Müttern im Auto unterwegs zu sein, oder für alle kochen und backen zu können und mir anzuhören, wie viel zu gesund deutsches Essen doch sei.  Und natürlich Momente, in denen ich es vermisse, direkt am Meer zu wohnen und das Meeresrauschen jeden Tag aufnehmen zu können.

 

Trotz dieser Momente weiß ich, dass es jetzt richtig und gut für mich ist, im Leben weiter zu gehen. Es ist für mich sehr interessant, Deutschland aus einem ganz anderen Blickwinkel zu sehen, erstaunt über den Luxus in diesem Land zu sein, überrascht, wie anders ich die Natur, die Städte, das normale Leben nun wahrneme.

 

Obwohl ich nun nicht mehr täglich viele Stunden im House of Resurrection verbringe, wird mir täglich bewusst, dass dieser Freiwilligendienst nicht mit der Rückkehr nach Hause beendet ist. Viele Male werde ich die unterschiedlichsten Fragen zu meinem Leben auf der anderen Seite der Erde gefragt. Je nach Situation berichte ich von ganz verschiedenen Erinnerungen und kann so interessante Erfahrungen teilen. Es ist ein sehr gutes Gefühl, ein großes Interesse an Südafrika und meiner Arbeit zu spüren.

 

Des Weiteren habe ich auch noch immer ein Projekt am Laufen: Ich organisiere gerade einen Backofen mit Herd für die große Küche in dem Heim, damit immer gut gekocht und dabei auch an Strom und Gas gespart werden kann. Ermöglicht habt Ihr dieses, wie auch viele aufregende Ausflüge, Bastelaktionen und den Bau des Trampolins mit euren Spenden. In diesem Sinne möchte ich mich noch einmal ganz ganz herzlich für eure Unterstützung, euer Interesse und eure guten Wünsche danken! Ohne euch wäre vieles nicht möglich gewesen. Dankeschön!

 

Die Fotos sind absichtlich nicht in chronologischer Reihenfolge, sondern ganz bunt gemischt.

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Zeiten des Abschiedes

"Beim Abschied wird die Zuneigung zu den Sachen, die uns lieb sind, immer ein wenig wärmer." - Michel de Montaigne

Karo und ich an unserem letzten gemeinsamen Tag im Heim
Karo und ich an unserem letzten gemeinsamen Tag im Heim

Was soll ich sagen. In weniger als einem Monat werde ich wieder in Deutschland und mein Jahr in Südafrika Vergangenheit sein.
Für 6/8tel der Familie ist genau das schon jetzt eingetroffen, sie sind wieder zurück in Deutschland. So habe ich in den letzten Wochen viele Farewells „hinter mich gebracht“, obwohl ich noch nicht jetzt nach Hause fliege.
Am Wichtigsten war es für Karo und mich, im Heim noch einmal etwas Besonderes als Abschied und Zeichen der Dankbarkeit für all das, was uns gegeben wurde, zu organisieren. Schon im Juli waren wir also mit allen Kindern des Heimes, sowie Hausmüttern und weiteren Mitarbeitern, in einem Streichelzoo. Hier haben die Kinder sowohl eine Führung und den Kontakt mit Tieren, als auch das leckere Eis und eine Süßigkeitentüte sehr genossen. Ein absolutes Highlight war es allerdings, als die Kinder beim Ponyreiten zum ersten Mal in ihrem Leben auf einem Pferderücken saßen. Sogar ein Junge, der sich ohne seinen Rollstuhl nicht fortbewegen kann, durfte einmal reiten.
Nicht nur die Kinder hatten ein breites Grinsen vor Freude im Gesicht, nein auch die Erwachsenen. Denn ihnen tat es gut, mal wieder etwas zu sehen, das nicht alltäglich ist und einfach mal rauszukommen. Auch gefiel ihnen eine Pause mit Kaffee und Kuchen.
Der Ausflug zur Holmeleigh Farmyard war somit ein voller Erfolg!


Der emotionalere Teil des Abschiedes fand aber am Mittwoch statt. Es war unser offizielles Farewell. Obwohl ja eigentlich nur Karo gehen muss und ich noch etwas bleiben kann, haben uns die Worte der Kinder, Mitarbeiter, Hausmütter und der Chefin zu vielen Tränen gerührt, nein zu sehr vielen. Es waren Worte der Dankbarkeit, voller Liebe und Vertrautheit. Uns wurde gesagt, wie besonders wir in unserem Verhalten unserer Arbeit waren, wie viel Gutes wir für die Menschen getan haben. Seien es nur kleine Dinge, wie das Reden mit einer Hausmutter, das Helfen bei den Hausaufgaben, das Schlafen im Heim. Es sind Dinge, die sich tief in die Erinnerung der jeweiligen Betroffenen eingebrannt haben und über die eine unglaubliche Freude herrscht. Sogar ehemalige Mitarbeiter, die schon länger einen anderen Weg gehen, sogar die, die eigentlich im Urlaub sind, auch Brett, unser Mentor, sind gekommen, um uns noch einmal zu sehen und ihre Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen. Wir haben neben einer persönlichen Tasse für alle Kinder und Erwachsenen, auch mit einem Braai (Grillen auf deutsch) inklusive Salate und Nachspeise, unsere Dankbarkeit über die Aufnahme in eine große Familie, über das indirekte Lehren von so vielen Kenntnissen sowie über all die Liebe, die uns gegeben wurde, bedankt. Ich werde diesen Tag nie vergessen.


Nach einem gemeinsamen Frühstück mit den Freiwilligen aus Jeffrey’s Bay, Port Alfred und Port Elizabeth ging es dann am Donnerstagmorgen zum Flughafen. Ich hätte niemals gedacht, dass es SO schwer sein würde, 11 Menschen, die mir sehr nah ans Herz gewachsen sind, zu verabschieden. Wir konnten es alle einfach nicht glauben, dass die gemeinsame Zeit, in der wir, gerade in der Port Elizabeth Gruppe, zusammen gewohnt, gelacht, geweint, gelernt, gelebt haben und dabei so viel an Lebenserfahrung bekommen haben, nun vorbei ist.


Jetzt leben und arbeiten Lukas und ich momentan alleine, bevor dann in 2 Wochen die neuen Freiwilligen kommen. Ich freue mich auf jeden einzelnen Tag und all die Momente, die mich noch erwarten werden. Schon jetzt weiß ich, dass es sehr schwer wird, das Land zu verlassen und all das hier aufgebaute, zu schätzen und lieben Gelernte, zurück zu lassen.

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Der Bau eines Trampolins

"Wohltaten werden mit derselben Gesinnung verdankt, mit der sie gegeben sind, und deshalb muss man wohl darauf sehen, wie man gebe." -Lucius Annaeus Seneca

Große Freude über eine neue Beschäftigungsmöglichkeit!
Große Freude über eine neue Beschäftigungsmöglichkeit!

Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als Karo und ich vor cirka andertalb Jahren bei unserem ersten Vorbereitungsseminar saßen, uns die ersten Stunden kannten und ganz ganz viele Pläne geschmiedet haben, denn wir hatten sehr viele Ideen, was wir alles mit den Kindern im Haven machen wollen.
Ich kann glücklich und auch ein wenig stolz sagen, dass wir wirklich so gut wie alle und noch viele Pläne mehr, in den vergangenen Monaten umgesetzt haben.
Doch über einen umgesetzten Plan, der eher als Traum benannt werden kann, haben wir uns besonders gefreut- Wir haben ein Trampolin auf das Grundstück „unseres“ Kinderheimes gebaut bzw. bauen lassen.


Das Projekt war im Nachhinein doch anspruchsvoller als erwartet.
Zuerst mussten wir ein Unternehmen finden, das Trampoline liefert, die in den Boden eingebaut werden und somit dauerhaft bestehen und weder wegfliegen, noch umkippen können. Als wir dann endlich einen Anbieter mit dem passenden Angebot gefunden haben, wurde das gute Stück sofort inklusive Lieferung aus dem Norden des Landes nach Port Elizabeth bestellt. Interessant war dann auch die Bezahlung, denn hier in Südafrika kann man keine Überweisungen über Online Banking oder Ähnliches machen, nein, man muss das Geld abheben und dann in bar wieder in den Bankautomaten einzahlen, den Empfänger und die Daten hier angeben. Bis das dann alles herausgefunden und abgeschlossen war, sind wir schon einige Meter für diesen Schritt gegangen.


Endlich, nach einigen Wochen, sind endlich die Einzelteile des Sportgerätes eingetroffen. Nachdem wir einen Lagerplatz für die sehr großen Teile gefunden haben, ging es an die Planung, wie wir nun das Loch in den Garten graben und das Metallgestell bauen können. Glücklicherweise hatten wir eine super gute Unterstützung von den Mitarbeitern, gerade von Christo, der für die Instandhaltung des Grundstückes zuständig ist. Also wurden nach wenigen Tagen einige Bekannte von den Mitarbeitern hier zusammengetrommelt, um ein 95 cm tiefes, 3 Meter breites und 4 Meter langes Loch, besser eine Kuhle zu graben. Auch hier wurde es komplizierter: Der Boden ist steinhart, denn er besteht fast ausschließlich aus....genau, Steinen.

Nun gut, so wurde ein großer Bagger bestellt, ein Loch gegraben, das Metallgestell eingebaut und das Trampolin gespannt.

Endlich waren wir fertig!


Gerade wird noch einmal ein wenig nachgebessert und das Gestell einbetoniert sowie der Boden bzw. die Kuhlenwand stabilisiert, damit die Kinder und Mitarbeiter auch lange was von unserem „Andenken“ haben.
Ich bin wirklich sehr dankbar dafür, dass wir genügend finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt bekommen haben, um nach all den Ausflügen und anderen Aktionen noch etwas zu bilden, was den Alltag der hier lebenden Menschen wirklich dauerhaft verschönern kann. An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei allen bedanken, die mein Projekt finanziell unterstützen und solche Aktionen damit möglich machen. Dankeschön!

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Fundays vor den Ferien

"Wer den Wert glücklicher Augenblicke zu schätzen weiß, sammelt Schätze fürs Leben."-Ernst Ferstl

Viele bunte schön bemalte Gesichter am Ende des Tages!
Viele bunte schön bemalte Gesichter am Ende des Tages!

In der letzten Woche vor den Winterferien hier in Südafrika, haben wir 8 Freiwillige aus Port Elizabeth gemeinsam ein Spaßprogramm für die Kinder durchgeführt.
Von Montag bis Freitag waren wir jeden Tag an einer der 4 Schulen, die in dem Programm sind, sowie dem Haven. Jeder Tag war trotz des gleichen Ablaufes anders und auf seine Art besonders. Für uns begann jeder Tag mit dem Aufbau auf dem Sportfeld der jeweiligen Schule. Nach einem gemeinsamen Aufwärmspiel ging es an die verschiedenen Stationen.
Der Funday war so aufgebaut, dass die Kinder alle eine Laufkarte mit 7 Feldern zum Abhaken bekamen. Mit dieser Laufkarte sind sie dann an die 7 von uns geleiteten Stationen gegangen. Das vielfältige Programm ging von typischen Spielen wie Dosenwerfen, Eierlaufen und Sackhüpfen über Torwandschießen und auf einer Slackline laufen bis hin zu der „Snackline“, einem Band, an dem Süßigkeiten aufgefädelt waren, die die Kinder nur mit dem Mund durch hochspringen versuchen mussten, zu erreichen. Ein Highlight bildete dann die Station, an der wir die Kinder geschminkt haben.
Als die Kinder an allen Stationen gewesen sind, kam es zu einem großen Abschlussspiel. Alle Teilnehmer haben einen Luftballon an den Fuß gebunden bekommen und sollten probieren, den gegenseitig kaputt zu treten und sich zu jagen. Neben all den schönen bunten Farben, die sich mit den fröhlich rennenden Kindern bewegten, war es ganz witzig zu sehen, wie all die Kinder unbedingt ihren Luftballon behalten wollten.
Den Abschluss des ereignisreichen Tages bildete dann die Abgabe der Laufkarte, die gegen einen Snack, bestehend aus einer Orange, Chips und einem Lolli, eingetauscht wurde.
Wir als Gruppe hätten niemals erwartet, dass die ganze Woche mit recht wenig Aufwand und problemlos ablaufen würde. Aber durch all die Aktionen und Veranstaltungen, die wir PEler in dem vergangenen Jahr organisiert haben, waren die Fundays auch für uns mehr Spaß als Arbeit, das ist ein sehr gutes Gefühl!
Jeder Tag war ein voller Erfolg, es haben in den Schulen zwischen 70 und 120 Kinder teilgenommen, obwohl sie nicht mehr zur Schule hätten kommen müssen. In die vielen glücklichen und überraschten Kindergesichter zu sehen, gerade als sie auch noch bunt bemalt waren, war sehr herzerwärmend! Nun gehen die Schülerinnen und Schüler alle fröhlich für 3 Wochen Ferien.

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Teambildung in der Pine Lodge

„Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennenlernen als im Gespräch in einem Jahr.“-Platon

Gruppenbild von all den teilnehmenden Kindern in der Pine Lodge.
Gruppenbild von all den teilnehmenden Kindern in der Pine Lodge.

Nachdem wir vor etwa einem Monat in Hogsback bei dem Seminar einige Teambuilding Massnahmen ausprobiert haben, entschieden Karo und ich, etwas Aehnliches mit einigen unserer Kinder zu machen. Praktischerweise besteht eine Kooperation zwischen der Organisation in Hogsback und der Pine Lodge in Port Elizabeth, sodass ein aehnliches Angebot an Aktivitaeten besteht. So wussten wir in etwa, was uns in der Pine Lodge, einem Resort, das einige verschiedene Ausfluege und Gruppenaktivitaeten anbietet, erwarten wuerde.


Am Freitag sind wir nicht wie gewohnt um halb 3 nach Hause gefahren, sondern blieben im Haven. Dort haben wir lange mit den Maedchen getanzt, Fussball gespielt und geredet. Die Musikbox hat sich echt bezahlt gemacht! Waehrend im Sommer gefragt wurde, wann wir endlich wieder zum Pool fahren, werden wir nun immer nach Musik gefragt. Nach einem super leckeren Abendessen von 2 Hausmuettern zusammen gekocht, haben wir mit den Kindern aus Noluthandos Familie, in der wir dieses Mal uebernachtet haben, ein Spiel gespielt, ihnen vorgelesen und die Kleinsten ins Bett gebracht. Es ist fuer mich immer ganz schoen, den Kindern so nahe zu sein und ihnen Lieder zu singen, die ich als Kind vorgesungen bekommen habe.


Am Samstag sind wir dann morgens frueh aufgestanden und haben uns nach dem Fruehstuecken mit den 12 Jahre und aelteren Kindern auf den Weg in die Pine Lodge gemacht. Nach einer kurzen Einweisung ging es mit einem Kletterkurs, knapp ueber dem Boden los. Hier ist es essenziell, dass das Team die Person, die gerade in dem Kletterkurs ist, unterstuetzt und hilft, andernfalls wuerde es zum Fall kommen. Das Teamgefuehl wird bei dieser Aktivitaet gestaerkt. Danach ging es zur naechsten Station. Inmitten wunderschoener Natur stehen einige Tuerme, die als Geruest fuer das Ziplining sind. Beim Ziplining haelt man sich an einer Stange fest und gleitet an einem Seil von einer Station zur naechsten. Ein Highlight hierbei war fuer mich, wie ein Maedchen, das sehr Angst davor hatte, von den anderen unterstuetzt wurde und nach langem Ringen mit sich selbst doch den Schritt gewagt hat, sich durch die Luefte zu schwingen. Da ausser Karo, mir und einem Jungen alle zu klein fuer den Hochseilgarten waren, wurde uns zuerst zugeguckt, wie wir einige Hindernisse in luftiger Hoehe ueberwunden. Daraufhin gab es fuer alle Kinder einen kleinen Snack und es ging mit anderen Gruppenspielen, die die Kommunikation, Geduld miteinander und das Gruppengefuehl staerken. Es sind Spiele, bei denen alle an einem Strang ziehen muessen, um zum Ziel zu gelangen.


Mittags ging es dann wohlig kaputt von all den Aktivitaeten, gepaart mit einer ‚steiffen Brise‘ und Wintersonnenschein, wieder nach Hause ins Haven. Alle hatten sichtlich Spass an diesem Ausflug und somit war dieser ein voller Erfolg!

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Farbenfrohes Leben, farbenfroher Eingang

Das ist die Wand links vom Tor. Wir wollten hiermit die Partnerschaft zwischen Deutschland und Suedafrika ausdruecken.
Das ist die Wand links vom Tor. Wir wollten hiermit die Partnerschaft zwischen Deutschland und Suedafrika ausdruecken.

Ein über mehrere Wochen andauerndes Projekt von uns war das Bemalen der Eingangsmauer des Haven. Die trist verblichene terracottafarbene Mauer als Begrüßung in ein Kinderheim, in der doch eigentlich eine große farbenfrohe Vielfalt herrscht und wo es nie langweilig wird, passte irgendwie nicht. Also haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir den Charakter des Heimes am Besten für alle sichtbar zum Ausdruck bringen, und dabei auch einen Teil von uns verewigen können.
So haben wir uns dazu entschlossen, Umrisse der Kinder in den von ihnen ausgedachten Posen zu malen. Von jedem Kind sollte außerdem ein Handabdruck die Wand zieren. Auch haben wir uns dafür entschieden, die deutsche und die südafrikanische Flagge zu erstellen und einen ebenso charakteristischen Spruch zu schreiben.
Das Streichen hat uns sehr viel Spaß gebracht, es ist einfach schön, etwas innerhalb kurzer Zeit so anders aussehen zu lassen. Die Umrisse der Kinder zu malen hat sich als etwas komplizierter herausgestellt. Warum? Kinder sind Kinder. Still stehen, während man um sie herum eine Linie zieht, fällt ihnen dann doch seeehr schwer! Es ist doch so interessant zu sehen, wie man selbst gemalt wird und sich dann einfach währenddessen einmal umzudrehen….Auch ist das „Was der hat, will ich auch“-Denken recht fest bei einigen Kindern verankert, sodass es einige Diskussionen darum gab, wer denn wo und wann gemalt würde. Nachdem der Handabdruck gemacht und die Kinder viel Farbe an den Händen hatten, mussten wir ganz schön aufpassen, dass sie diese nicht überall, beispielsweise an ihren Klamotten, verteilen.
Aber dieses sind alles kleinere Probleme gewesen und letztendlich war es richtig schön zu sehen, wie viel Freude die Kinder an der ganzen Aktion hatten, wie sie sich bedankten, dass wir sie gemalt haben, oder sie noch immer sagen: „Guck mal, da bin ich!“. Ich freue mich jedes Mal über die bunte Begrüßung, wenn wir im Heim ankommen.

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Weg nach Vorne

"Glücklichsein ist nichts Vorgefertigtes. Es ergibt sich aus den eigenen Handlungen."- Dalai Lama

Kuscheln, kuscheln, kuscheln.
Kuscheln, kuscheln, kuscheln.

Ich möchte mal wieder von Neuigkeiten aus meinem zweiten zu Hause im House of Resurrection berichten. Die letzten Wochen haben Karo und ich sehr viele Ideen gehabt und viel Energie, diese umzusetzen. Gerade jetzt nach dem letzten Seminar ist uns bewusst, dass jeder Augenblick so gut wie nur möglich genutzt werden sollte. Aufgrund vieler Projekte und Planungen, die wir gemeinsam umsetzen, arbeiten wir momentan weniger in der Playschool, sondern verbringen unsere Vormittage hauptsächlich im Heim.
Neben vielen administrativen Aufgaben, sprechen wir gerne mit den Hausmüttern. Es ist immer gut, einige Minuten mit ihnen zusammen zu sein. Gemeinsam wird gelacht und Spaß gemacht. Gemeinsam reden wir aber auch über sie belastende Dinge, die sie einfach mal los werden müssen. Beiden Seiten tun diese Konversationen, die ab und zu auch mit Kaffee und Kuchen stattfinden, weil die Hausmütter sich so um das leibliche Wohl ihrer „deutschen Kinder“ kümmern, sehr gut!
Auch kümmern Karo und ich uns zur Zeit immer öfter um das leibliche Wohl der Playschoolkinder und Mitarbeiter. Wenn unsere Köchin nicht da ist oder Entlastung braucht, stellen wir uns gerne in die Küche und versuchen das Beste aus der doch beschränkten Auswahl an vorrätigen Lebensmitteln zu zaubern. Zwischendurch planen wir dann auch mal wieder einen Tag ein, um zum Beispiel Pfannkuchen für alle zu backen, worüber große Freude herrscht.
Vor kurzer Zeit haben wir entdeckt, dass das Haven eine Tischtennisplatte besitzt. Von den Spenden haben wir Tischtennisbälle, Schläger und ein Netz besorgt, sodass wir nun nicht mehr nach Schwimmstunden, sondern nach Tischtennisspielen gefragt werden. Die Motorik der Kinder wird dadurch auf jeden Fall gefördert!
Um für noch ein wenig mehr Bewegung und Spaß zu sorgen, haben wir außerdem eine kleine aber laute Musikbox gekauft, an der die Kinder viel Spaß haben. Nicht an der Box, sondern an der Musik, die daraus ertönt und an dem Tanzen, was daraus dann resultiert. Es ist einfach wirklich unfassbar, wie sich diese Kinder, gerade die Mädchen bewegen können und sich Tänze gerade ausdenken, es aber so aussieht, als hätten sie das Lied schon 1000Mal gehört und genauso oft dazu getanzt! Ein großer Spaß für alle Beteiligten.

Sowohl den Schülern als auch uns beglückt es aber auch weiterhin, Hausuafgaben gemeinsam zu machen. Klar, es ist nicht immer einfach, aber wenn man die Fortschritte beim Rechnen und Lesen, gerade der 1.Klässler sieht, weiß man doch wieder, dass sich all die Mühe und Zeit lohnt!


Weil es uns so glücklich macht und irgendwie entspannt ist, im Haven zu schlafen, versuchen wir auch weiterhin, dort zu schlafen und uns von den Müttern verwöhnen zu lassen, natürlich aber auch helfen, bei dem, was nunmal so ansteht, ich denke, jeder weiß, wovon ich spreche!


Da Südafrika ja auf der anderen Seite der Welt liegt, wird es momentan früher dunkel und immer frischer. Bei weitem ist das Wetter aber angenehmer als in Deutschland. Während dort drüben im Mai, kurz vor Sommeranfang noch kalte Temperaturen herrschen, ist es bei uns oft tagsüber noch sommerlich warm. Nur die Nächte motivieren dazu, sich mit Wärmflasche und langen Klamotten unter 2 Decken zu legen. Unglaublich süß ist es, wie die Kinder im Heim nun immer Fleeceeinteiler als Schlafanzüge anhaben und man sie dann einfach nur abknuddeln möchte. Nächte im Haven, in denen das Bett mit einem Kind geteilt wird, sind dann auch nur halb so kalt und doppelt so schön!


Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Blogeintrag, in dem ich hoffentlich von vielen weiteren umgesetzten Projekten berichten kann! Bis dahin, genießt den „Sommer“!

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Das letzte Zwischenseminar

Heute: Tag, an dem man gute Vorsaetze fasst. Morgen: Fruehester Tag ihrer Verwirklichung.               - Ron Kritzfeld

Die gemeinsame Zeit ist immer schoen!
Die gemeinsame Zeit ist immer schoen!

Es ist soweit. Lange haben wir gesagt, wenn wir unser letztes Seminar in Suedafrika haben, werden wir schon fast wieder zu Hause sein. Dieses Zwischenseminar ist jetzt vorbei.

 

Dass der groesste Teil unserer Arbeit nun schon ‚geschafft‘ ist, hat uns Brett, unser Mentor, mit Nachdruck verdeutlicht. Das Zwischenseminar bestand hauptsaechlich daraus, Dokumente, Praesentationen und Briefe fuer unsere Nachfolger vorzubereiten. Auch wenn diese Arbeit von einem mulmigen Gefuehl begleitet wurde, war es fuer uns doch wirklich toll, wieder einmal zu realisieren, wie viel wir schon erlebt und im Heim erreicht haben. Die Fotos als Erinnerung an Stadion und Strandausfluege, Schwimmstunden voller laechelnder Gesichter, viele Spielenachmittage im Sonnenschein, das gemeinsame Hausaufgaben Erledigen, Veranstaltungen, an denen wir Teil hatten und Vieles Vieles mehr, haben einen gluecklichen Ausdruck in mein Gesicht gezaubert.

 

 

 

Neben einigen Gespraechen ueber Hoch- und Tiefpunkte unseres Jahres sowie weitere Anliegen, die uns, die 34 Freiwilligen, betreffen und beschaeftigen, wurde die Gruppe durch verschiedene Teambuilding Massnahmen noch weiter gestaerkt. So haben wir gemeinsam einige Kletteraktionen bestritten und die Moeglichkeit gehabt, uns viel mit den anderen Mitgliedern der 'ASC-Familie', die in anderen Orten wohnen und arbeiten, auszutauschen.

 

 

 

Auch wurde Hogsback, ein kleiner Ort in den Bergen, in dem die gemeinsamen Tage verbracht wurden, erkundet. Neben der dort herrschenden Kaelte (es wird wirklich Winter und wirklich kalt!) erinnerte die dichte Bewaldung und der Geruch der Nadelbaeume unweigerlich an Deutschland. Ich bin immer wieder ueberwaeltigt von der Vielfalt der suedafrikanischen Natur, Staedte, Bevoelkerung, Sprachen und Kulturen, sowie vielen weiteren Aspekten, die das Land zu dem machen, was es ist!

 

 

 

Das dritte Zwischenseminar hat mir erneut bewusst gemacht, was fuer ein einmaliges Erlebnis dieses Jahr in Suedafrika fuer mich darstellt. Jeder Moment ist anders, besonders und einpraegend. Die Motivation, die vielen Plaene fuer die naechsten Wochen mit Freude und positiver Energie umzusetzen, ist gestaerkt und die Vorfreude auf die letzten Monate ist hervorgerufen!

 

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Das Leben im House of Resurrection

“Die Aufgabe der Umgebung ist nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren.“

Nachmittag-/ Abendbeschaeftigung
Nachmittag-/ Abendbeschaeftigung

Ich habe in letzter Zeit oft Besucher im House of Resurrection herumgeführt und ihnen erklärt, was die Vision und die Arbeitsweise des Heimes sind. Dadurch ist mir wieder bewusst geworden, was für eine Wichtigkeit sich hinter dem Konzept eines Kinderheimes verbirgt und wie interessant es für Außenstehende ist, zu sehen, wie dort gelebt wird.
Deswegen möchte ich euch das Leben im Haven in diesem Blogeintrag etwas genauer erklären. Karo und ich haben vor Kurzem endlich mal dort übernachtet. Schon lange zuvor haben uns die Kinder gefragt, wann wir denn endlich mal bleiben würden. Letztendlich haben wir uns so wohl gefühlt, dass wir jetzt öfter in unserer Arbeitsstelle und unserem 2ten zu Hause bleiben wollen. Wir konnten durch unsere lange Anwesenheit den ganzen Alltag der Hausmütter und Kinder mit verleben und nicht nur den halben bis die Mitarbeiter wieder weg sind. Ich werde nun einmal den Tagesablauf beschreiben:
5:00 Uhr: Ich als Hausmutter wache jetzt auf. Ich muss meine 6-7 Kinder wecken, dafür sorgen, dass sie ihre Schuluniformen ordentlich anziehen und ihre Schulsachen alle einpacken. Ich muss ihnen die Brotboxen fertig machen, Saft vorbereiten und das Frühstück, in der Woche gibt es Porridge, vorbereiten.
5:30 Uhr: Ich als Kind wache nun auf. Ich mache mich fertig und frühstücke zusammen mit meinen Brüdern und Schwestern. Meine Hausmutter hat schon alles für mich vorbereitet.
6:00 Uhr: Ich bin der Fahrer. Auch ich bin früh aufgestanden, jetzt bin ich von zu Hause ins Haven gefahren, steige in den von VW gesponserten Bus, mit dem ich die Kinder in ihre jeweilige Schule bringe. Da die Kinder auf unterschiedliche, auf ihre Bedürfnisse am besten zutreffende Schulen gehen, müssen wir früh losfahren, damit alle um 8 Uhr pünktlich in den Schulen sind. Danach werde ich die Mitarbeiter dahin fahren, wo sie hin müssen. Zum Social Department, zum Einkaufen, zum Arzt…Mittags hole ich dann die Kinder wieder ab, bevor ich mit den Mitarbeitern und Freiwilligen im Auto wieder nach Hause fahre und die Mitfahrenden an ihren Wohnorten absetze.
7:00 Uhr: Meine Kinder sind jetzt weg, ich habe meine Ruhe. Kurz gehe ich duschen, trinke einen Tee und frühstücke selber mein Porridge. Ich habe viel zu tun, bis die Kinder wieder zurück sind. Ich muss mich um einige Angelegenheiten der Kinder kümmern, ich muss mein Cottage putzen und vieles mehr. Vom frühen Aufstehen bin ich müde.
8-14 Uhr: Wir Mitarbeiter und Freiwillige im Haven sorgen dafür, dass der großzügige Garten gepflegt wird, dass das Gebäude sauber bleibt, dass Kaputtes repariert wird und die Finanzen überblickt werden. Wir kümmern uns um Spenden, organisieren Ausflüge für die Kinder, Nachmittagsprogramme, sind für Besucher da.
14-15 Uhr: Wir Kinder kommen aus der Schule wieder nach Hause. Einige von uns können gehen, andere werden von Hanna oder Karo abgeholt und die meisten werden von Uncle, unserem Fahrer, wieder nach Hause gebracht. Wir haben Hunger, denn der Schultag war lang. Ein Glück hat unsere Hausmutter schon für uns Brote vorbereitet und wir können etwas essen, bevor wir Hausaufgaben machen. Hanna und Karo helfen uns dabei. Wenn wir mit ihnen spielen wollen, sind sie oft dabei. Am liebsten machen wir den beiden schöne Frisuren!
16-20 Uhr: Die Mitarbeiter fahren nach Hause. Sie werden jetzt zu ihren Familien fahren und dort ihren Nachmittag und die Nacht verbringen. Wir Hausmütter sehen unsere leiblichen Familien meist nur einmal im Monat. Wir haben unsere Familie hier. Die Kinder sind laut und toben herum. Es ist für uns Zeit, zu kochen, unsere Kinder brauchen ein ordentliches Abendbrot! Nach dem Abendessen waschen wir ab und gucken noch etwas Fern, bevor unsere Kinder dann ins Bett gehen und wir noch etwas länger wach bleiben. Lange ist dies aber nicht, denn wir sind nach dem Tag sehr müde.


Ich hoffe, ich konnte euch so einen Einblick in das Wohnen und Leben im Haven geben. In den letzten Wochen ist mein Respekt vor den Hausmüttern, die ihr privates Leben komplett in ihren Arbeitsplatz „eintauschen“ immens gewachsen. Sie müssen Kinder erziehen, die schwere Vergangenheiten haben, haben dann nicht nur 1 oder 2, sondern gleich 6 oder 7. Sie geben ihren Kindern Liebe und Vertrauen, gleichzeitig müssen sie aber strenge Regeln befolgen und haben begrenzte finanzielle Möglichkeiten. Einige Familien haben kein eigenes Cottage, sondern leben sozusagen auf dem Gang mit begrenzten Platzmoeglichkeiten. Es ist kein einfacher Job, den diese Frauen und auch die anderen Mitarbeiter im Haven bewältigen, aber sie alle sorgen dafür, dass 38 Kinder in einem guten und sicheren Umfeld aufwachsen und zu selbständigen Menschen heranwachsen, die ein Leben voller Chancen vor sich haben.

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Ferien im Haven

"Wie süß ist alles erste Kennenlernen. Du lebst so lange nur als du entdeckst."-Christian Morgenstern

Ausgelassene Stimmung nachdem die Kinder von einem Ausflug wieder nach Hause kommen.
Ausgelassene Stimmung nachdem die Kinder von einem Ausflug wieder nach Hause kommen.

Über Ostern waren auch in Südafrika 2 Wochen Schulferien. In den Ferien ist die Zeit im Haven immer etwas anders. Dann verbringe ich viel Zeit mit den Kindern, wir spielen Spiele, wir tanzen zusammen, oder reden einfach nur. Manchmal reicht es auch einfach, im Garten zu sitzen und sich die Haare frisieren zu lassen, dabei dann mit den Rackern zu reden, um die Zeit zusammen gut auszunutzen.
Die Swimming Lessons werden gerade in den Ferien sehnsüchtig erwartet. Da es nun aber etwas frischer wird und der Wind kühl ist, sind wir sehr wetterabhängig, was das Schwimmen angeht.


Ein Highlight der Ferien war ein gemeinsamer Ausflug in den Addo Elephant Park. Mit dem Bus des Havens und 3 Autos ging es morgens los in den Nationalpark. Bevor wir dann tatsächlich losgefahren sind, haben wir ein Informationszentrum besucht, in dem man viel über die Geschichte, der vielen im Nationalpark natürlich vorkommenden Tiere, erfahren konnte. Gegen 12 Uhr mittags ging es dann auf eine 2-stündige Fahrt durch den Park. Ich hatte einige Kinder und eine Hausmutter mit im Auto, die Faszination aller über die Tiere war wirklich herzerwärmend. Wir hatten das Glück, Zebras, Wasserbüffel, Springbokke, viele Elefanten und sogar 3 der 8 dort lebenden Löwen (schlafend in den Büschen) zu sehen. Viele andere Tiere konnten wir auch bestaunen. Nach der Fahrt durch die Natur, deren Anblick ich nun schon zum 3ten Mal bewundern konnte, fuhren wir zu einem Picknickplatz in der Mitte des doch ziemlich großen Parks, in dem die Tiere frei und natürlich leben. Dort wurde dann gebraait, alle Kinder und einige Mitarbeiter waren mit, so war es viel Fleisch, was gegrillt wurde und viele Bänke, die wir füllten. Nachdem wir aufbrechen mussten, weil der Picknickplatz geschlossen wurde, sind wir durch den südlichen Teil, den wir zuvor noch nicht erkundet haben, wieder aus dem Nationalpark rausgefahren. Zum Ende konnten wir noch einmal viele viele unterschiedliche nebeneinander lebende Tiere bestaunen, bevor es nach einem ereignisreichen Tag wieder ins Haven ging. Erst abends erreichten wir wieder das zu Hause der total glücklichen und müden Kinder.

Der Ausflug wird allen noch lange in Erinnerung bleiben.
An den Feier- bzw. freien Tagen habe ich meine Freizeit wieder vielfältig genutzt. An Ostern zum Beispiel war ich mit Gail, der Besitzerin unseres Hauses, in der Kirche. Ich hatte über die Tage die Möglichkeit, viele Freunde zu treffen, an den Strand zu fahren und das noch immer meistens schöne und warme Wetter zu genießen. Auch waren wir im Nelson Mandela Bay Stadium, zum ersten Mal habe ich ein Rugbyspiel live mitverfolgen können, nachdem ich es oft im Fernsehen gesehen habe ( Rugby läuft hier gefühlt immer und überall). So sind die letzten 2 Wochen wieder voller bereichernder Momente gewesen und meine „persönliche Memorycard“ wird weiterhin mit Erinnerungen gefüllt, die ich nie vergessen möchte.

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Einmal Familie auftanken bitte!

"Das erste, das der Mensch im Leben vorfindet, das letzte wonach er die Hand ausstreckt, das kostbarste, was er im Leben besitzt, ist die Familie." -Adolph Kolping

Urlaub mit Mama und Papa...
Urlaub mit Mama und Papa...

Gerade ist die Zeit, in der viele von uns von ihren Familien besucht werden. Wir alle haben uns schon lange darauf gefreut, einmal unseren Liebsten von zu Hause zu zeigen, wie wir leben und mit ihnen das Land zu erkunden.


So habe auch ich die Zeit mit meinen Eltern sehr genossen. Wir sind auf der Gardenroute von Stellenbosch über Oudtshoorn und Knysna zu mir nach Hause, nach Port Elizabeth gefahren. Auch beim für mich zweiten Mal auf dieser Strecke haben mich die Landschaft und Vielfalt der Natur erneut zum Staunen gebracht. Wir hatten eine wunderbare Zeit auf dem Trip und es war wirklich toll, sich mal wieder zu sehen und auszutauschen, denn nach einem halben Jahr hat man dann schon viel zu erzählen.


Ja, neben 2 Geburtstagen haben wir tatsächlich auch meine Halbzeit gefeiert. Unglaublich, dass wirklich schon über die Hälfte meiner Zeit hier um ist. Auch haben wir jetzt Kontakt zu unseren Nachfolgern und so wird es wirklich real, dass wir unser Leben hier bald wieder werden aufgeben müssen.


Davon aber abgesehen war es sehr intensiv, meinen Eltern „meine Stadt“ und „meine Arbeit“ zeigen zu können. Zum Einen haben wir viele Plätze, die ich hier sehr liebe und an denen ich gerne meine Zeit verbringe, besucht. Zum Anderen war aber ein Highlight, als wir in das Haven gefahren sind und ich den Ort hier, an dem ich so viele Stunden verbringe und so viel lerne, zeigen konnte. Alle Hausmütter und die meisten anderen Mitarbeiter waren da, was einfach toll war! Auch die Kinder waren nicht zu schüchtern, einmal "Hallo" zu sagen. Ich bin sehr dankbar für diese Begegnung, weil ich beiden Seiten sehr viel voneinander erzählt habe und so alles realer wird.
Nach dieser wunderschönen Zeit zusammen bin ich wieder „Familien-aufgetankt“ und starte mit Vollpower in die mir noch bevorstehenden Monate!

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Continental Handball Clinic

Karo und ich mit dem Haven-Team
Karo und ich mit dem Haven-Team

Diesen Blogeintrag möchte ich der Continental Handball Clinic widmen. Diese ist ein wirklich großes und außergewöhnliches Event für viele Freiwillige und Kinder aus dem ganzen Eastern Cape gewesen und ist dadruch sehr erwähnenswert.
Schon vor vielen Wochen und Monaten ging es mit der Planung los. Die Handball Clinic wird jedes Jahr zu einem großen Teil von Continental aus Port Elizabeth gesponsert, das Unternehmen setzt sich allgemein sehr für unsere Projekte ein. Dadurch, dass also alles in P.E. stattfand, war es an uns, das Programm zu organisieren, alle Einsatzstellen der anderen ASC-Freiwilligen einzuladen, eine Unterkunft für alle kommenden Kinder zu finden, die Sportfelder zu mieten, für Verpflegung zu sorgen und und und.


Am Freitag, den 4.3. sind dann jeweils 2 Freiwillige mit 10 Kindern aus den 6 anderen Orten gekommen und haben ihre Zimmer bezogen.


Samstag Morgen ging es für uns schon um 4:30 aus den Betten, da wir (ein Glück mit Hilfe anderer FW, die bei uns noch übernachtet haben) cirka 300 Sandwiches und Tüten mit Obst vorbereitet haben. Nachdem das beendet war, haben wir die Kinder aus den Schulen, Karo und ich aus dem Heim, abgeholt und zu einem sehr schönen und großen Hockeyfeld gebracht, auf dem sich dann knapp 200 Kinder aus ganz unterschiedlichen Lebensumständen getroffen haben und das ganze Event los ging.


Auf dem Hockeyfeld wurden bei strahlendem Sonnenschein verschiedene Stationen zum Thema Handball von den P.E-Vikings, dem Handballclub, der von Freiwilligen trainiert wird, geleitet. So haben die Kinder einen Einblick in das Dribbeln, Passen, Tore werfen und Fitness erhalten. Nach dem Mittagessen und einer Abkühlung durch den Rasensprenger ging es weiter in eine Halle in Kwazakhele, einem Township in der Nähe. Dort hatten alle Mannschaften einmal die Möglichkeit, selbst zu spielen. Danach wurden noch Fotos gemacht und der Tag ging schön zuende.


Besonders gefreut hat mich, dass Karo und ich unseren Haven-Kindern die Regeln ungefähr 5 Minuten vor deren Spiel erklärt haben und sie sich dafür wirklich gut geschlagen und wie ein Team verhalten haben!
Am Sonntag stand ein Handballspiel der Vikings gegen die Freiwilligen, die spielen wollten an, die Kinder sollten einmal sehen, wie Handball als Spiel aussieht. Es hat wirklich Spaß gemacht, dort dann zu spielen und im „Teamkreis“ vor dem Spiel die ASC-Power zum Ausdruck zu bringen.


Als dann nach einem sehr ereignisreichen Wochenende alle wieder in ihren Transport zurück in ihre Heimat gestiegen sind und auch alles aufgeräumt war, waren wir wirklich froh, dass alles so super (und nach Plan, sogar nach Zeitplan!!!!!) verlaufen ist.wir  Wir haben als Gruppe etwas geschafft, wovon wir nicht gedacht hätten, das wir es schaffen würden- wir haben wirklich alle Einsatzstellen zusammen gebracht und ein Wochenende verleben dürfen, das uns allen noch lange in reger Erinnerung bleiben wird.

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Das Leben bietet immer neue Überraschungen

Wer selbst viel tut und von anderen wenig erwartet, der wird wenig Kummer haben. -Konfuzius

Immer ist etwas los in der Playschool!
Immer ist etwas los in der Playschool!

Man könnte meinen, 2 Wochen seien eine kurze Zeit. 2 Wochen ist mein letzter Blogeintrag her. Doch vor 2 Wochen war ich noch um so viele Momente, die ich nie wieder vergessen möchte, ärmer, als ich es jetzt bin. Letztendlich bin ich immer wieder aufs Neue überwältigt davon, was dieses Jahr alles mit sich bringt und wie sehr es mich bereichert.
Im Haven wird es jetzt wieder ruhiger, da die Lehrer aufgehört haben, zu streiken.
Ich bin immoment wieder hauptsächlich in der Playschool eingesetzt. Dort wurden in letzter Zeit viele verschiedene Aktivitäten wie Tuschen, Kekse als Gesichter mit Süßigkeiten beschmücken (so übt man die 5 Sinne auf leckere Art und Weise), Tanzen, Vorlesen und natürlich Spielen, unternommen.
Die Schwimmstunden laufen wirklich gut, einige der Kinder sind zum ersten Mal eine Bahn alleine geschwommen, auch die anderen machen weiterhin große Fortschritte.
Ein Highlight war am letzten Samstag ein Ausflug mit einer Haven-Familie und 3 Hausmüttern in das WM-Stadion. Ein Bekannter, der sozial sehr engagiert ist, hat uns eingeladen, zu einem Fussballspiel zu kommen. Er hat uns darüber hinaus auch mit Hotdogs, Saft und Schokolade versorgt. Bei einem solch tollen Programm liess sich auch der Regen aushalten. Wir hatten einen wirklich schönen Tag im Stadion!


Was unser Poolhaus angeht, sind Sina und ich noch immer einfach nur glücklich. Auch nach einer solch langen Zeit und mehreren Monaten Sommer, der auch wirklich Sommer ist und nicht mit dem deutschen Schmuddelwetter vergleichbar, ist es einfach wunderbar, einen Pool im Garten zu haben. Nach dem Aufstehen mal eben ins kühle Nass zu springen und dadurch frisch für den Tag zu werden, ist eine Sache, die ich nicht missen möchte. Der Gedanke daran, das Haus wieder verlassen zu müssen, ist seltsam, aber präsent. Letztes Wochenende kamen die Freiwilligen aus Jeffrey’s Bay zu uns. Wir haben zusammen die Halbzeit der anderen gefeiert, 6 Monate sind sie schon hier, kaum zu glauben! Das gemeinsame Wochenende war wirklich schön!

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Strandausflüge und lächelnde Gesichter

"Lass' uns zum Strand!"

Shilo genießt es, nach dem Spielen in den Wellen den Sand näher zu betrachten..
Shilo genießt es, nach dem Spielen in den Wellen den Sand näher zu betrachten..

Schon lange hatten Karo und ich geplant, mit den Kindern Strandausflüge zu machen. So haben wir an 3 Wochenenden hintereinander jeweils 2 Familien, also in etwa 12 Kinder und 2 Hausmütter, morgens im Haven abgeholt und sind mit ihnen an den Strand gefahren.

Dort haben wir das Meer, die Sonne, den Wind und den Sand alle sehr genossen. Nach einigen Stunden am und im Wasser ging es dann weiter zu Wimpy’s, einem Restaurant, in dem die Kinder die Spieleecke fast noch mehr als ihr Menü nach dem Spielen genießen konnten.

Ganz müde ging es dann am späten Nachmittag wieder zurück. Ein Glück hat es das Wetter gut mit uns gemeint, sodass wir den blauen Himmel, warme Temperaturen und die Sonne genießen konnten.

Trotz des gleiche Programms haben sich die Ausflüge aufgrund unterschiedlicher Kinder und Mütter-Zusammensetzungen total unterschieden. Es war interessant, auf welch unterschiedliche Art und Weise der Strand aufgenommen und genossen wurde. Einige Kinder und Mütter waren die ganze Zeit im Wasser, einige haben lieber im Sand gebuddelt, Muscheln gesammelt, Fußball gespielt, einfach im Sand gelegen, oder sind mit mit mir spazieren gegangen. Die Freude aller darüber, einfach mal rauszukommen und einen Tag woanders zu sein, war für uns ein echtes Highlight. Einige von ihnen waren seit über einem Jahr nicht am Strand, obwohl sie fast direkt dort wohnen…

Aufgrund eurer Spenden konnten wir die Ausflüge in dieser Form unternehmen, vielen Dank für die Unterstützung von euch, die es uns möglich macht, unvergessliche Dinge zu unternehmen und zu planen!
Ansonsten denke ich, können Fotos die Tage besser als Worte beschreiben, viel Spaß beim Stöbern!

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Zurück zum "Haven-Leben"

"Wer hohe Türme bauen will, muss lange beim Fundament verweilen." -Anton Bruckner

Autofahren das ist schön, Autofahren das macht Spaß!
Autofahren das ist schön, Autofahren das macht Spaß!

Jetzt, wo das Jahr schonwieder zu fast 1/12 des neuen Jahres vergangen ist, möchte ich den Beginn des Solchen einmal Revue passieren lassen. Ich muss sagen, es ist schonwieder außerordentlich viel geschehen und jetzt, wo ich auch mein Rückflugdatum weiß, scheint die Zeit von Flugzeugtempo auf Raumfahrttempo umgestiegen zu sein und noch mehr zu verfliegen als sonst. Aber das ist ja ein positives Zeichen.
Hier in Südafrika wirkt es für mich so, als wäre das neue Jahr ein Neuanfang. Im Haven haben wir 2 neue Mitarbeiter und Reney, die ein großer Teil des Havens war, ist gegangen. So muss sich hier erst mal Einiges neu finden, aber einige Veränderungen bringen einen ja oft voran.
Momentan arbeite ich weiterhin im Heim, wo ich Büroarbeit übernehme und oft Mitarbeiter und Kinder zu verschiedenen Destinationen (Krankenhaus, Einkaufsladen, Friseur,...) fahre. Nachmittags werden jeden Tag die Kinder aus einer Schule von mir abgeholt, von 6 ist die Zahl derer auf 9 gestiegen, dementsprechend auch die Lautstärke im Auto. Aber es ist ein ganz vertrautes Gefühl, aus dem Auto zu steigen, zu dem Abholbereich zu gehen und fröhliche Kinder, die sich auf zu Hause freuen, in die Arme zu schließen.
Auch ist der Lautstärkepegel hoch, noch höher, wenn die Frage: „Are we going to the pool today?“ von Karo und mir mit „Yes“ beantwortet wird. Wir fahren montags und mittwochs noch immer zum Pool, um die Kinder an Wasser zu gewöhnen und ihnen Schwimmen beizubringen. Ihre Fortschritte sind wirklich gut. Wenn ein Kind am Anfang der Stunde noch zitternd an uns klammert und am Ende im Wasser spielt und taucht, ist das sehr freudebereitend.
Da momentan die Schulen geschlossen sind, weil die Lehrer kein Gehalt bekommen haben und nun streiken, sind die Kinder den ganzen Tag hier im Haven. So konnte ich in letzter Zeit viel mit ihnen spielen, reden und auch ein paar Sportübungen machen. Dabei wird uns bei gut 30 Grad, die hier momentan sind, ordentlich warm. Auch ist es uns sehr wichtig, so oft wie möglich Hausaufgaben mit den Kindern zu machen, da viele von ihnen große Probleme mit dem Lernen haben. Während Karo den Vormittag den kleinen Kinder in der Playschool die Farben beibringt, sitze ich also oft mit den Jungs und Mädels zusammen und übe das ABC und die Zahlen ganz nach dem Motto „Wer hohe Türme bauen will, muss lange beim Fundament verweilen.“.
Des Weiteren hole ich dienstags und donnerstags die Essensspenden, nicht mehr verkäufliche Backwaren und Obst, Gemüse, aus einem Supermarkt ab. Letzten Dienstag habe ich einen Jungen mitgenommen, was dazu führte, dass ein Mitarbeiter mit mir über die Kinder, die Möglichkeiten derer, mit anderen zu interagieren, geredet hat und sie letztendlich in einen Fußballclub im Dorf eingeladen hat, um auch eine gute Verbindung des Vereins mit dem Haven aufzubauen. Bald werden wahrscheinlich einige unserer Jungs dort mit anderen zusammen Fußball spielen können. Wie schön, dass sich so etwas daraus entwickeln kann, dass man einfach ein Kind mal mit sich mitnimmt. Wie schön, dass es immer wieder Überraschungen im Leben gibt.
In diesem Sinne ist das nächste Kapitel in der 1-jährigen Geschichte fertiggestellt und ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung. Es ist viel für die nächsten Wochen geplant, auf das ich sehr gespannt bin.

Liebe Grüße, eure Hanna

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Einmal nach Kapstadt und zurück

"Die Reise besteht nicht nur aus der Ankunft. Was ebenso zählt, ist der Weg" -Unbekannt

Auf dem Tafelberg mit Blick auf Kapstadt!
Auf dem Tafelberg mit Blick auf Kapstadt!

Erst einmal möchte ich euch ein richtig gutes, gesundes und glückliches neues Jahr wünschen. Ein sehr aufregendes und besonderes Jahr habe ich zusammen mit den anderen Freiwilligen an einem Strand in Kapstadt verabschiedet und ein neues, in welchem auch viel anstehen wird, begrüßt.


Kurz nach Weihnachten sind Sina, mit der ich zusammen wohne, und ich, zusammen auf der sogenannten „Route 62“ zuerst nach Oudtshoorn gefahren. Dort hatten wir die Möglichkeit, auf einer Straußenfarm Strauße schlüpfen zu sehen, sie zu reiten und auch zu streicheln. Am nächsten Tag haben wir noch Babygiraffen streicheln und füttern können, bevor es für uns weiterging, aus einem kleinen Ort in dem Inland Südafrikas zu einer der größten Metropole dieses Landes:
Kapstadt! Es ist eine wunderschöne Stadt, die auf der einen Seite das Meer umsäumt und auf der anderen von dem Tafelbergkomplex geschützt wird. Kapstadt ist eine recht europäische Stadt, ich habe mich dort nicht wie in Afrika gefühlt! Die Mall und die vielen Restaurants an der Waterfront sind ebenso einen Besuch wert wie die Strände rund um und in dieser zu Silvester sehr sehr vollen und tobenden Stadt. Da die Menschenmassen für eine gewisse Hektik sorgten, tat es gut, 2 Ausflüge außerhalb der Innenstadt zu unternehmen.
Zum Einen war die cirka 2 ½ stündige Wanderung auf den Tafelberg als letzte zu überwindende Hürde in 2015 eine gute Herausforderung. Schon um 8 Uhr morgens war es wirklich heiß und die Sonne kühlte uns auch nicht ab. Da auch auf dem Tafelberg ein reger Verkehr herrschte und eine Seilbahn zurück schon morgens längere Wartenszeit beansprucht hätte, haben wir nach einer längeren Pause mit wunderschönem Blick über die „City-Bowl“ den Rückweg zu Fuß in Angriff genommen. Nachdem wir gut wieder unten angekommen sind, waren wir dementsprechend doch recht kaputt.
Neujahr ging es für uns vorbei an bunten Häusern und einem Pinguinstrand zu dem berühmten Kap der guten Hoffnung und dem „Cape Point“.


Auf dem Rückweg haben wir zusammen mit Karo, Tieneke und Julius einige schöne Orte an der sogenannten „Gardenroute“ besucht. Auch wenn uns diese kleinen Städte am Meer sehr touristisch und nicht südafrikanisch vorkamen, haben wir die Zeit zu 5t doch sehr genossen. Letztendlich ist es einfach immer wieder faszinierend, wie vielfältig dieses Land doch ist. Von hohen Bergen geht es zu flachen Gegenden, dürre Landschaften wechseln sich mit großen Grünflächen ab, Flüsse, die im Sommer nicht mehr als Flüsse erkannt werde können, weil sie ausgetrocknet sind, werden im Winter voll mit Wasser sein. Alle 10 Minuten könnte ich beim Fahren meine Kamera rausholen und ein Foto von der umliegenden Natur machen, weil sich die ganze Stimmung einfach verändert hat und alles ganz anders aussieht. Südafrika schafft es, dass sich seine Besucher innerhalb kurzer Zeit fühlen, als wären sie in Deutschland, Österreich, Spanien, Schweden und und und.


Ein Highlight am Ende des Urlaubs war der Bungeejump, den Karo und ich in Tsitsikamma gemacht haben. Es ist der höchste Bungeesprung von einer Brücke der Welt. Nach vielen Minuten der Aufregung und Vorfreude ging es dann neben der großen Autobrücke entlang zu der darunterliegenden Plattform, von der täglich cirka 180 Menschen den Sprung in die Luft wagen. Dort wurden bei lauter und motivierender Musik von gut gelaunten Menschen die Seile befestigt und Vorbereitungen für den Sprung getroffen. Als dann mein Name ertönte, habe ich mich total auf dieses einmalige Erlebnis des in die Luft Springens und Fliegens gefreut. Nach dem Absprung ist es zuerst ein ganz seltsames Gefühl, so weit runter gucken zu können, ohne festen Boden unter den Füßen zu haben. Doch das Fliegen, das Gefühl der Schwerelosigkeit und einige Momente, alleine in dem Luftraum, füllen einen so sehr mit Adrenlin und Endorphinen, dass man am Liebsten nochmal springen würde.
Manchmal muss man einfach den Schritt ins Nichts wagen, um seinen Horizont zu erweitern.


Nach dem zweiten Zwischenseminar im Dezember, vielen neuen Städten, die ich gesehen habe, vielen neuen Menschen, die ich kennengelernt habe, einem ganz anderen Weihnachtsfest, einem Silvester im Sommer am Strand (inclusive Neujahrsbaden im Atlantik) und vielen Erinnerungen, die ich aus diesem vergangenen Monat mitnehmen werde, freue ich mich nun schon wieder sehr darauf, Montag wieder ins Haven zu fahren. Die ganzen Kuschelaktionen, Umarmungen, schreienden, lachenden Kinder, die lieben Mitarbeiter und der Alltag sind ein Teil von mir geworden, der mir in den letzten Wochen
gefehlt hat.

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Frohe Weihnachten!

Ich wünsche euch frohe Weihnachten!
Mein Weihnachtsfest hier war sehr anders als sonst. Statt in besinnlichen Stunden mit Keksen, Kerzenschein und dem Kaminfeuer im Hintergrund mit meiner Familie zuasmmen zu sitzen, haben wir nach einem Strandspaziergang draußen im Garten in kurzen Klamotten gefeiert. Wir haben mit allen P.E.-Freiwilligen und Malte und Soeren aus Port Alfred zusammen lecker gegessen und gewichtelt, sodass jeder ein Geschenk erhalten hat. So waren es auch sehr schöne gemeinsame Stunden.

Den ersten Weihnachtstag waren wir zu 4t bei einer Xhosa-Familie zu einem Weihnachtsbraai eingeladen. Auch dort saßen wir lange zusammen, haben lecker gegessen und gute Gespräche geführt. Weihnachten wird hier gar nicht so gefeiert wie in Deutschland, die Tradition ist es, mit der Familie am 1. Weihnachtstag zusammen zu Essen. Geschenke, Plätzchen oder gemeinsames Weihnachtsliedersingen gibt es hier kaum.

Ich wünsche euch nach diesem kurzen Einblick in die südafrikanische Weihnachtsfeierei einen guten Rutsch in das Jahr 2016 und ein tolles neues Jahr!

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Molo Mbali- Ein Wochenende als Xhosa

"Es gibt eine schöne Offenheit, die sich öffnet wie eine Blume: Nur um zu duften." - Friedrich von Schlegel

Zizo und ich vor dem Haupthaus
Zizo und ich vor dem Haupthaus

Über das Wochenende habe ich mein „normales Leben“ in gewisser Weise ablegen und das Xhosa-Leben annehmen können. Arne und ich waren von einer guten Freundin eingeladen, zu einer großen traditionellen Feier in die Rural Area zu kommen.
So habe ich von Freitag bis Montag in einem nicht zu großen Haus, zusammen mit einigen Tanten und Schwestern von Noxi, der Freundin, geschlafen und gelebt. Gewaschen wurde sich mit Schüsseln und Seife, die Toilette befindet sich als Plumpsklo in einer Wellblechhütte mitten im Garten. Einen Wasserhahn im Haus gibt es nicht, Wasser wird aus dem großen Tank neben dem Haus genommen. All das mag sehr sehr einfach klingen, aber mir hat es erstaunlicherweise gar nichts ausgemacht, meinen Standard komplett abzulegen und einfach mal anders zu leben. Der Ort, in dem sich das Grundstück der Familie befindet, ist ein kleines Bergdorf. So kannten uns am Sonntag Abend gefühlt schon alle, Kinder kamen zum Spielen und jeder, der vorbei ging hat lieb gegrüßt.
Die Feier, wegen der wir uns auf den Weg in die Berge gemacht haben, war die Rückkehr Noxis Bruders aus dem Busch. In der Xhosa-Tradition werden Jungs mit cirka 18 Jahren beschnitten und leben dann alleine, oder mit anderen des gleichen Alters zusammen, für ungefähr 1 Monat in kleinen Holzrundhütten in der Natur. Es kommt jemand, der nach ihnen sieht und der ihnen Essen bringt, sich vor Tieren und anderen Gefahren verteidigen, müssen sie selbst und auf sich gestellt. Wenn nach dieser Zeit mit einigen Ritualen die Jungs als Männer zurück kommen, werden sie in der Kultur auch als diese respektiert, andernfalls dürften sie nie mit Männern zusammen speisen oder gesehen werden. Für uns mag es komisch klingen, aber gerade in den Rural Areas ist es sehr wichtig für die Tradition. Die Feier selbst war wunderschön, als Noxis Bruder und ein anderer mit Begleitung der Männer wiederkamen, wurde getanzt und gesungen. Dieses wurde den ganzen Tag von 9 bis 19 Uhr in etwa fortgeführt. Die Frauen haben ganz viel getanzt, gesungen, gekocht, gearbeitet, geredet. Hierbei war ich auch sehr involviert. Auch durfte ich einen traditionellen Rock von einer Cousine tragen, das war wirklich toll für mich!

Bei den Männern läuft es mehr darauf hinaus, nachdem die Kuh auseinandergenommen wurde (Es wird wirklich jeder Teil verwendet), den ganzen Tag zu Essen und zusammen zu sitzen.
Am nächsten Tag wurde dann gemeinsam aufgeräumt.
Ich habe mich das ganze Wochenende sehr wohl in der Familie und in dem Haus gefühlt. Arne und ich wurden sehr sehr lieb aufgenommen, als Bruder und Schwester und somit Teil der Familie benannt. Uns ist gesagt worden, wie besonders es sei, wenn Weiße in dieses Dorf kommen und dass sich alle sehr gefreut haben, dass ich zum Beispiel die ganze Zeit mitgesungen und getanzt habe, obwohl ich die Texte nicht kenne und auch die exakten Tanzschritte nicht beherrsche.
So habe ich jetzt einen Xhosa-Namen erhalten. Dieser lautet „Mbali“ und meint so viel wie „Blume“. Ich habe mich sehr schnell daran gewöhnt, mit diesem Namen und nicht mit "Hanna" angesprochen zu werden, es passte ins Ganze einfach rein.

Am Montag musste ich dann wieder in mein gewohntes Leben zurückkehren, vollgepackt mit guten Gedanken, Erinnerungen und Gefühlen.

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Eine vollgepackte Woche

"Jeder Tag ist voll von Emotionen, Taten und Erfahrungen. Unsere Umstände haben wir nicht in der Hand, aber das, was wir aus dem machen, was uns gegeben ist, liegt bei uns. Stehe auf, lebe den Tag und mache Dinge, die ihn zu einem Tag machen, den du nie vergessen möchtest."

Am World-Aids-Day zünden die Kinder Kerzen an und geben das Licht weiter.
Am World-Aids-Day zünden die Kinder Kerzen an und geben das Licht weiter.

Die vergangene Woche war so vollgepackt von Veranstaltungen und Ereignissen, dass ich schon jetzt darüber berichten möchte.


Am Samstag waren wir in dem Kragga Kama Game Reserve, nur einige Kilometer von unserem Haus entfernt, wo es einige verschiedene Tiere zu sehen gibt. Angefangen beim Zebra über Giraffen, Nashörner, Geparden und viele andere Tiere, von denen wir in Deutschland nie etwas hören. Wir sind mit allen PElern zusammen durch das große Reservat gefahren und waren sowohl von der Landschaft, als auch den Bewohnern dieser fasziniert. Einige Fotos könnt ihr im Album sehen.


Letzten Sonntag war im Haven ein Gottesdienst aufgrund der World-Aids-Days am Dienstag. Der Bischof kam und hat genauso wie Nicolette den Gottesdienst in einem großen Zelt, das im Garten aufgebaut war, gehalten. Es kamen einige Menschen unterschiedlicher Gemeinden aus der Umgebung. Nach dem Gottesdienst gab es noch Essen und Trinken für alle (ca. 150) Gäste. Als der Tag dann vorbei war, waren wir alle glücklich und gechafft, denn das ganze Kochen, Backen, Aufbauen und Aufräumen waren schon echt anstrengend!


Dienstag ging es dann nach einem Tag Ruhe gleich weiter. Heute war wieder im Zelt ein Zusammenkommen, bei dem über das House of Resurrection und die Arbeit der Mitarbeiter erzählt wurde und die Gemeinschaft aufmerksam auf die Bedürfnisse des Heims aufmerksam gemacht wurde. Zum Beispiel wünschen wir uns 2 weitere Cottages, damit die Familien, die momentan in einem Gang im Hauptgebäude ohne eigene Küche und Wohnzimmer leben, auch einen eigenen Platz in familiärerer und privaterer Atmosphäre haben. Dafür werden Spenden von Geld oder Material benötigt. Auch wurde auf die Gefahren von HIV/ Aids aufmerksam gemacht und die Infizierten wurden ermutigt, ihr Leben motiviert weiter zu leben. Hier sind HIV, Diabetes und TB ein sehr präsentes und wichtiges Thema, da es viele Menschen, die mit diesen Krankheiten leben, gibt. Um die ernsten Reden nicht überwiegen zu lassen, führten auch Sänger und Tänzer Etwas auf und auch die Kinder aus dem Haven haben traditionelle Xhosa-Tänze aufgeführt und ebenso wie die Hausmütter sehr schön gesungen. Es gibt einige Lieder, die die Hausmütter und Mitarbeiterinnen oft auch einfach zwischendurch während der Arbeit anstimmen und dann singend und tanzend durch die Gänge tragen, die gute Laune dieser ist echt ansteckend. So war es auch am Dienstag während der spontanen Vorstellung.


Donnerstag waren wir mit bei einer Feier, die in der Nähe von einer Primary School organisiert wurde. Es waren alle Haven-Kinder und einige andere eingeladen. Diese Feier lief ab, wie die meisten, die ich jetzt hier miterlebt habe. Es wurde getanzt, gesungen und später gab es Kuchen, Chips, Süßigkeiten. Es war wieder richtig schön, bei einigen Liedern drehen die Kinder hier einfach so durch, dass es super ist, ihnen dabei zuzusehen.
Freitag haben Karo und ich den ganzen Tag in der Küche verbracht. Wir hatten zuerst Bananenbrot für alle gebacken. Daraufhin haben wir cirka 160 Schokoberge und 160 Haferflockenkekse gebacken, die die Mitarbeiter und Kinder zusammen mit einer Karte als
Weihnachtsgeschenk bekommen. Lustig war, wie skeptisch alle am Anfang waren, als sie die deutsche Art zu Backen sahen. „Waaas, da sind Haferflocken drin? Das geht doch nicht.“ Als dann probiert werden durfte, waren doch alle begeistert. Es hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht, so lange zu backen und immer wieder Kinder um sich rumschlängeln zu haben, dadurch wird es in 5 Stunden auch nicht langweilig. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für eure Spenden, auch wenn nur ein kleiner Betrag für diese Aktion gebraucht wurde, freue ich mich schon tierisch auf die freudigen Gesichter der Kinder und Mitarbeiter! Ohne eure Unterstützung wäre dies nicht möglich.


Sonntag fahren wir wieder zum Haven, da wir die Kinder mit zu einer Weihnachtsveranstaltung begleiten. Ich freue mich schon!

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Schwimmunterricht und viel Abwechslung

"Hanna, I am glad that you are here"-Jade

Alle Kinder aus der Playschool mit Karo und mir
Alle Kinder aus der Playschool mit Karo und mir

Wow, es passiert so viel, dass ich gar nicht weiß, wie ich alle Neuigkeiten möglichst kurz zusammenfassen soll. Ich strukturiere diesen Eintrag deswegen nach Themen.


Swimming lessons: Karo und ich haben es endlich geschafft, den Schwimmunterricht zu starten. Uns ist es wichtig, einigen Kindern das Schwimmen beizubringen oder sie zumindest an das Wasser zu gewöhnen, da ein Großteil der Menschen hier nicht schwimmen kann. Wir konnten es organisieren, dass wir so oft und mit so vielen Kindern, wie wir wollen, zum Pool, cirka 1 Kilometer vom Haven entfernt, kommen können. Wir haben jetzt 2 Gruppen mit jeweils 7 Mädchen und Jungs im Alter von 7, 8 und 11 Jahren. Für uns war es nicht einfach, Kinder für den Unterricht auszuwählen, da alle gerne mit zum Pool wollen. Daher haben wir die Einteilung nach Alter gemacht. Es ist unglaublich schön, wie sich die Schwimmkinder freuen, wenn es zum Pool geht. -„Hanna, are we going to the pool today?“ –„Yes.” Danach kommt ein so lautes Freudengeschrei und ein so breites Grinsen auf die Kinder, das einfach ansteckend ist.

Am Anfang hatten die Mädchen und Jungs noch sehr viel Respekt vor dem Wasser, es wird aber immer besser. Wir bringen momentan neben der allgemeinen Gewöhnung an das Wasser bei, wie man im Wasser zu atmen hat und wie man sich zu bewegen hat. Nach einiger Zeit im Wasser legen wir uns meistens noch gemeinsam neben den Pool, genießen die Sonne und trocknen zusammen, das ist immer ein schöner Abschluss des Trainings.
Der Support von allen Seiten ist unfassbar. Die Kinder sind immer überpünktlich fertig, um loszufahren. Es kommt immer mindestens 1 Mitarbeiterin/ Hausmutter mit, um einfach da zu sein falls es Probleme gibt. Die Bademeister am Pool, beziehungsweise die Leitung dort unterstützt uns auch sehr. So bekommen wir Bretter, Schwimmnudeln, was immer wir brauchen, ausgeliehen. Wenn der Pool aufgrund guten Wetters voll ist, halten die Bademeister den Platz, den wir brauchen, für uns frei, geben uns Tips und und und. Es läuft also wirklich richtig gut und wir hoffen, dass das auch lange so weitergeht!
Meine Arbeit im Haven: Ich habe davon berichtet, dass ich nach 4 Wochen in der Playschool hauptsächlich im Heim arbeiten werde. Ja, dort bin ich jetzt auch schon ganz schön lange. Die letzten Wochen waren trotzdem so, dass Karo und ich relativ flexibel gearbeitet haben. haben. Dies kommt dadurch, dass wir beide beim Graduation Konzert der Kinder mittanzen und singen und dafür gemeinsam geübt haben. Neben dem Üben in der Playschool war ich auch oft dort, um einfach kurz zu kuscheln, zu spielen, oder zu quatschen. Die Kleinen sind mir einfach zu sehr ans Herz gewachsen. Wenn ich in den Raum komme, höre ich ganz viel „Hanna“ „Hanna“ „Hello Hanna“, „Hanna, I love you“ „Hanna, you are my Mami“ „Hanna, you are my friend“ „Hanna, I’m glad, you are here“. Hanna, der hat dies gemacht, Hanna, ich möchte was trinken, ich möchte auf Klo, ich möchte deine Haare flechten. All diese Sätze, die ich sehr oft höre, möchte ich nicht missen.


Arbeit im Heim:
Meine Arbeit im Haven besteht darin, ab und zu im Büro Rechnungen zu sortieren oder etwas am Computer zu bearbeiten. Auch geht es darum, Anrufe entgegenzunehmen, oder Besucher zu empfangen. Darüber hinaus fahre ich momentan sehr viel Auto. Oft müssen Mitarbeiter oder Kinder an unterschiedlichste Orte gebracht werden: Arzt, zum Einkaufen, zu Meetings, .... Auch hole ich täglich einige Schüler von der Schule ab. Dienstags und donnerstags fahre ich immer eine Brot und Obst/ Gemüsespende von einem großen Supermarkt abholen. Die Mitarbeiter dort sind superlieb und versuchen mir das Warten immer so angenehm, wie möglich zu gestalten, daher ist auch dies eine abwechslungsreiche Aufgabe.


Weiterhin verbringen wir wirklich gerne unsere Nachmittage mit den Kindern zusammen. Da jetzt fast keins der Kinder mehr in die Schule geht (die Exams sind geschrieben und so sind schon inoffiziell Ferien), werden wir schon morgens mit herzlichen Umarmungen und freudigen Kindergesichtern begrüßt und haben immer wieder jemanden um uns rumturnen.


Von den besonderen Anlässen der letzten Wochen:
Es waren eine interne und eine externe Fortbildung von Sozialarbeitern für die Hausmütter und andere Menschen, die mit Kindern arbeiten, im Haven. Dafür wurde der Veranstaltungsraum schön geschmückt und viel leckeres Essen gekocht.


Die Playschool ist jetzt fast vorbei für dieses Jahr. Aus diesem Grunde hatten wir Mittwoch eine Abschlussfeier mit Pizza, Süßigkeiten, Spaß und Tanzen. Die Kinder hatten viel Spaß und auch für uns war es sehr schön.


Am Freitag war dann das große Graduationkonzert, auf das einige Wochen hingearbeitet wurde. Die Community Hall wurde gemietet und die Kinder haben auf einer großen Bühne einige Tänze aufgeführt. Am Ende haben die älteren, die nächstes Jahr in die Schule kommen, Zertifikate erhalten. Für mich ist es ein seltsames Gefühl, dass ungefähr die Hälfte aller die Playschool verlässt und neue, jüngere Kinder, nachkommen. Das Konzert hat gut geklappt und die Kinder haben sich viel Mühe gegeben!! Ich hatte total viel Spaß dabei, mit den kleinen Helden zusammen auf der Bühne zu singen, zu tanzen und in viele stolze Elterngesichter zu blicken!


Das war es erstmal, liebe Grüße aus Südafrika!

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Von vielen besonderen Anlässen

"Ein Leben ohne Feste gleicht einer weiten Reise ohne Einkehr." -Demokrit

Vor dem Brigade Gottesdienst.
Vor dem Brigade Gottesdienst.

Ja, die 4 Wochen in der Playschool sind schon wieder rum. In dieser Zeit bin ich sehr gut mit den Kindern dort zusammengewachsen und habe sie gut kennengelernt. Ich habe das System der Playschool zu verstehen gelernt und konnte so immer besser mitarbeiten. Momentan wird dort für ein Konzert geübt, die Kinder sind voller Elan dabei, Tänze und Lieder zu üben, was Spaß macht zu sehen und zu begleiten.


Am ersten November waren Karo und ich zu einem Gottesdienst zu der Kirche in der Nähe des Heimes eingeladen. Es war ein spezieller Gottesdienst, da die Jungs, die an der Brigade teilnehmen, Zertifikate für ihre Mitarbeit erhalten haben. Die Boys-/ Girls-Brigade ist eine Institution für christliche Erziehung. Am Sonntag wurde sich getroffen, um dann zur Kirche zu marschieren, ich denke, die Fotos erklären, wie es ungefähr ablief. In der Kirchen waren fast ausschließlich Coloureds, denn ich arbeite in einer Coloureds-Gegend. Die Trennung ist sehr stark, es gibt genauso Ecken, in denen nur Schwarze bwz. Weiße wohnen. Ich hätte vor meinem Leben hier nicht gedacht, dass die Unterteilung noch so ausgeprägt ist. Der Großteil des Gottesdienst wurde auf Afrikaans gehalten, wodurch es für uns etwas schwer war, zu folgen. Trotzdem waren es Stunden, an die ich mich gerne zurückerinnere. Wir wurden am Anfang auch speziell mit Namen begrüßt und haben „Bewunderung“ für unsere Arbeit erhalten.
Letzte Woche war ich in einer der Grundschulen, auf die einige der Kinder aus dem Heim gehen. Dort war auch eine Übergabe von Zertifikaten für gute Entwicklung in verschiedenen Fächern. Die Feier war auch sehr schön, es war echt lustig, mal eher auf der Seite der Eltern, als auf der der Schüler zu sitzen. Denn so lange ist es ja noch gar nicht her, dass ich mein „Zertifikat“ erhalten habe.


Diese Woche waren Karo und ich bei dem Schulausflug einer anderen Grundschule, die direkt an das House of Resurrection angrenzt, von einigen unserer Kinder dabei. Dieser ging zu einer Anlage mit 2 großen Pools und einigen Wasserrutschen. Ein Junge aus unserem Heim wollte sehr gerne, dass wir mitkommen und hat dann mit seiner Lehrerin alles abgesprochen. Karo und ich haben die Stunden sehr genossen. Gerade „unsere“ Mädels waren fast die ganze Zeit mit uns zusammen. Es ist einfach immer gut, Zeit mit einigen Kindern alleine zu haben. Bei 38 Kindern kann man nicht alle gleich oft sehen und nicht gleich viel Zeit mit allen verbringen. Aber gerade solche Ausflüge verbessern das Verhältnis sehr und sorgen dafür, dass wir uns besser kennenlernen können.


An dieser Stelle möchte ich gerne noch etwas anderes erwähnen. Dienstag und Mittwoch waren Brett, Lars (unser deutscher Mentor, der in Südafrika wohnt und für Niedersachsen arbeitet), Ingo und Daniel vom ASC 46, die den Freiwilligendienst organisieren hier und haben uns und unsere Projekte besucht. Vor einem Jahr habe ich meine Bewerbung an den ASC geschickt und dieses Jahr treffen wir uns in Südafrika und reden über das neue Bewerbungsverfahren. Unglaublich. Jedenfalls hat Lars mich gefragt, ob ich denn schon ein „wow-Erlebnis“ hatte. Als ich darüber nachgedacht habe, ist mir bewusst geworden, wieviele solcher Momente, die mich sehr berührt, bewegt oder einfach unglaublich glücklich gemacht haben. Gerade die kleinen Dinge, die mir oft erst später auffallen, sind unbezahlbar! Es geht nicht nur um Umarmungen, Küsse auf die Wange, frohes Lachen, sondern auch um persönliche Gespräche oder gemeinsames Nebeneinandersitzen mit den Kindern.


Um auf den Ausflug zu den Pools zurückzukommen und diesen als Beispiel zu nehmen: Ein Mädchen wollte nicht ins Wasser, weil es ihr zu kalt war, aber eher, weil sie Angst hatte (was sie nicht erwähnen wollte). Wir beide sind dann zusammen Hand in Hand einfach durchs Wasser gegangen und haben uns nass gemacht, sodass sie am Ende Freude daran hatte, im Pool, zumindest bis zu den Knien, zu sein. So eine Entwicklung ist einfach immer toll zu sehen!
Ich denke, die nächsten Wochen bis zum Dezember werden ähnlich verfliegen, wie die vergangenen und es werden noch viele weitere Veranstaltungen aufgrund des Jahresendes folgen, ich werde euch auf dem Laufenden halten!!

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Aus den letzten 2 Wochen

"Gehe in die Welt, um zu erfahren, was Heimat ist."  -Dr. Karl Fröhling

Mittlerweile wird für mich hier alles normaler und alltäglicher. Als ich noch in Deutschland war, konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass ich wirklich mal sagen würde, dass der Alltag eingekehrt ist. Aber mein Leben hier ist eben nicht nur Urlaub, sondern mein Leben.
Ich freue mich jedes Mal, wenn wir morgens im House of Resurrection ankommen, über viele viele Umarmungen und herzliche Begrüßungen.
In der Playschool fühle ich mich noch immer sehr wohl. Die Kinder sind einfach wunderbar! Charly und ich haben festgestellt, dass wir alle wirklich viel von Kindern lernen können.
Ich übernehme immer mehr Verantwortung und die Mädels und Jungs hören auch immer besser auf mich. Das Kuscheln und Spielen kommt aber auch jetzt nicht zu kurz, das möchte ich auch nicht missen.
Im Heim verbringe ich weiterhin die Nachmittage. Dort haben Karo und ich angefangen, Freundschaftsbänder mit den Kindern zu machen, die diese dann zur Weihnachtszeit bekommen werden. Es ist eine wirklich gute Sache, weil wir so mit allen Kindern einmal in Ruhe Zeit verbringen und alle kennenlernen, auch die, die sonst eher weniger offen sind.
Ein erwähnenswertes Ereignis war letzte Woche Donnerstag, als wir bei Continental einen Vortrag über unsere Projekte gehalten haben. Die niedersächsische Delegation ist eine Südafrika Dienstreise angetreten, um den 20. Geburtstag der Partnerschaft zwischen Niedersachsen und dem Eastern Cape zu feiern. Zu dieser Reise gehörten auch ein Besuch der ASC-Projekte in Berlin und East London sowie unser Vortrag. Zuhörer waren Mitarbeiter von Continental sowie deutsche und Südafrikanische Politiker. Es war schön, nochmal aus „offiziellem Munde“ zu hören, wie wichtig und sinnvoll das ist, was wir Freiwilligen hier machen. Zuvor haben wir uns noch mit Brett getroffen und haben alle unsere Einsatzstellen zusammen besucht und jeweils vorgestellt. Auch das war wirklich toll. Es hat Spaß gemacht, unsere Einsatzstelle und unser zweites zu Hause vorzustellen. Darüber hinaus war es gut, endlich mal alle Schulen zu sehen, da ich diese als Einzige noch nicht gesehen hatte. Jede hat ihr ganz eigenes Flair und die Kinder sind unglaublich aufgeschlossen gewesen.
Am Wochenende waren wir auf dem Oktoberfest, es ist ein vom „German Klub“ organisiertes Fest, welches hier ziemlich populär ist. Eine deutsche Band hat die typische Musik gespielt und es war ziemlich witzig, hier in Südafrika ein solches Event zu besuchen. Auch haben wir dort das Halbfinale der Rugby Weltmeisterschaften geguckt, welches von den Springboks leider knapp verloren wurde. Die Stimmung war trotzdem während des Spiels echt gut!
Wie ihr seht, wird es hier nie langweilig und es gibt immer was zu berichten! Bis demnächst, Hanna

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Die Arbeit in der Playschool

„Wenn du dir gerade keinen Ort der Welt vorstellen kannst, an dem du lieber wärst, als der, wo du gerade bist, dann bist du angekommen.“

Ich könnte mir momentan keinen Ort vorstellen, an dem ich lieber wäre. Diese Woche habe ich angefangen, hauptsächlich in der Playschool zu arbeiten. Diese Arbeit gefällt mir wirklich richtig gut und ich bin dort total glücklich. In der Playschool wird zusammen gegessen, gesungen, musiziert, gespielt usw. Es wird viel gebetet und auch die Nationalhymne geübt. Dazu kommen schulvorbereitende Elemente, wie Zahlen und Buchstaben üben.. Auch werden in der Playschool wichtige Verhaltensregeln beigebracht. Zum Beispiel müssen sich die Kinder melden, wenn sie in der „Unterrichtszeit“ etwas sagen wollen, lernen es „danke“ und „bitte“ zu sagen.
Meine Aufgaben in der Playschool sind sehr vielfältig. Ich helfe den Kindern beim Malen, lese Geschichten vor, singe und spiele mit ihnen drinnen und draußen. Dazu kommt das Aufräumen und vieles vieles mehr. Innerhalb dieser Woche ist das Verhältnis zwischen den Kindern und mir schon sehr viel enger geworden. Zum Einen durch das ganze gemeinsame Spielen, zum Anderen dadurch, dass ich die Kinder immer besser kennenlerne und verstehe. So sehe ich, wer wo einen Streit angefangen hat und wer gerade nicht ganz ehrlich war. Dadurch kann ich den Kindern Softskills, wie sich entschuldigen, niemanden hauen, leise sein, wenn es gefordert ist, und vieles mehr beibringen.
Die drei Mitarbeiterinnen (Jennefer, Charly, Jeannesse) in der Playschool sind wirklich super nett und herzlich und freuen sich über meine Mithilfe sowie meine eigenen Ideen und Spiele. Da das Wetter besser wird, können wir immer öfter draußen sein. So habe ich angefangen, einige Bewegungsspiele (ich mache ja einen Freiwilligendienst im Sport ;-)) zu starten. Beispielsweise haben wir bei einer vereinfachten Version von „Fischer Fischer wie tief ist das Wasser“ die verschiedensten Arten übers Wasser zu Laufen ausprobiert. Ich bin sehr dankbar darüber, dass ich in der Playschool so viele eigene Vorschläge einbringen kann und auch dazu komme, ein bisschen Sport mit den Kindern zu machen. Darüber hinaus ist es einfach unglaublich schön, jeden Tag so viele Stunden in so lebensfrohe, lächelnde Gesichter zu sehen und so viel Liebe zu empfangen und zu verteilen.
Nachmittags gehe ich weiterhin einigen Aufgaben im Heim, wie Hausaufgaben machen und Schüler abholen, nach. Dadurch vergeht jeder Tag wie im Fluge und ist sehr bunt gemischt.


Was gibt es sonst noch zu berichten? Einige Mitarbeiterinnen, gerade die aus der Playschool, haben angefangen, mir Afrikaans beizubringen. Jeden Tag wird mir ein neuer Satz beigebracht und aufgeschrieben, sodass ich mich hoffentlich bald schon gut verständigen kann. Begrüßungen kann ich immerhin schon auf Xhosa und Afrikaans. Mir wurde in letzter Zeit auch einige Male gesagt, ich sei sehr südafrikanisch, zum Beispiel von meinem Verhalten her. Für mich ist es natürlich schön, so etwas zu hören. Des Weiteren wird mir immer wieder klar, wie klein die Welt doch ist. In einigen Lehrbüchern sind genau die gleichen Fotos wie in Büchern, die es in Deutschland gibt. Teilweise haben die Lieder die gleiche Melodie wie Lieder in Deutschland (z.B. Bruder Jakob), oder es werden mir bekannte Spiele gespielt. Das ist irgendwie echt faszinierend.


Sonnige Grüße aus dem Süden, eure Hanna

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Roadtrip Drakensberge

"Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon." - Aurelius Augustinus

Erster Sonnenuntergang am Ziel.
Erster Sonnenuntergang am Ziel.

Ich kann es kaum glauben, dass schon 4 Wochen meines Südafrikaaufenthaltes rum sind! Es waren schon unglaublich gute Erfahrungen, die ich hier gemacht habe und ich genieße jeden einzelnen Tag in diesem Land der Gegensätze. Ein Glück habe ich noch keine schlechten Erfahrungen machen müssen, worüber ich auch sehr dankbar bin!
Nach dem Seminar am Freitag, 02.10, sind wir zu 8t (außer Arne und Kristof) los, in den Urlaub gefahren. Es war ein toller Urlaub und gut, mal so viel Zeit zusammen in der Gruppe zu verbringen, da ich ja sonst die meiste Zeit des Tages unterwegs bin. Das Ziel unserer Reise war das Amphitheatre Backpackers im Norden der Drakensberge und nahe der Grenze zu Lesotho. In Gewisser Weise war auf diesem Roadtrip der Weg das Ziel. Wir hatten 2 Autos gemietet und in diesen sehr viele Stunden verbracht. Es war aber wirklich sehr interessant und toll, so viel von der südafrikanischen Landschaft aus dem Autofenster heraus zu sehen. Die Landschaft wird nach Norden hin sehr viel karger und trockener, genauso wie hügeliger. Die Straßenverhältnisse sind anders als im deutschen Fernverkehr. LKW kann man kaum überholen, es gibt meistens nur 1 Spur auf jeder Straßenseite. Genauso kommt es gut vor, dass man anhalten muss, weil gerade Kühe über die Straße getrieben werden oder einfach so eine Kuh auf der Straße steht. Dafür sieht man aber auch am Straßenrand Dörfer mit Rundhütten, die wirklich afrikanisch aussieht.
Unser Backpackers liegt sehr schön mit Blick auf die Berge. Wir haben in unseren Zelten geschlafen und hatten einen sehr schönen Schlafplatz auf dem großen Zeltplatz, der noch ziemlich leer war. In dem Backpackers kann man dann Küche und Bad benutzen und sich so gut versorgen. Durch einigen Wind ist unsere eine Stange gebrochen, sodass wir einige Male das Zelt von Neuem aufbauen mussten. Jetzt kann ich wirklich schnell Zelte zum Stehen bringen ;-). Ein Highlight war auf jeden Fall ein Hike, also eine Wanderung, die zwischendurch auch eher zur Klettertour wurde, bei der wir das Amphitheatre bestiegen. Dieses war eine geführte Tour, die uns zu einem wunderbaren Ausblick und dem 2t höchsten Wasserfall der Welt (fast 1000 Meter hoch) gebracht hat. Leider waren die Wasserfälle, die uns versprochen wurden, alle ohne Wasser, aber die Tour hat sich trotzdem auf jeden Fall gelohnt! Hin ging es teilweise durch eine Art Schlucht, die nicht begehbar aussah und bei der man wirklich eine halbe Stunde lang klettern musste. Zurück ging es unter anderem 2 cirka 15-20 Meter tiefe Stahlleitern, die wie Strickleitern wahren, herunter… Es war also wirklich sehr adrenalinausschüttend. Am nächsten Tag waren wir im Royal Natal National Park wandern. Diese Wanderung sind wir sehr entspannt angegangen und haben die vielen Pflanzen und guten Wege genossen. Diesmal haben wir auch einen Wasserfall mit Wasser sehen und später auch in einem der Pools, die Teil eines Bergflusses sind, baden können. Eine interessante Begegnung haben Tieneke und ich gemacht, als wir alleine auf einem Felsen Pause gemacht haben und von allen Seiten Affen immer näher kamen, sodass wir schon überlegt haben, wie wir uns am Besten verteidigen können. Letztendlich wurden wir aber doch nicht angegriffen…
Ansonsten sind wir die Rückfahrt entspannt angegangen und haben auf dem Weg überlegt, wo wir in der Nacht schlafen. Eine Nacht haben wir in einem Backpackers direkt am Meer verbracht. Am nächsten Tag sind einige von uns um 5 Uhr aufgestanden, um den Sonnenaufgang zu beobachten, später konnten wir noch Wale und Delfine aus dem Wasser springen sehen! Eine weitere Nacht verbrachten wir in Berlin bei anderen Freiwilligen vom ASC. Es war toll zu sehen, wie sie wohnen, mit ihnen zu reden und auch Freunde der Freiwilligen aus Berlin kennenzulernen.
Wir waren letztendlich aber alle froh, einen Tag früher als ursprünglich geplant, nach Hause zu kommen, denn wir alle haben unser zu Hause und P.E. schon vermisst. Ja, für mich ist diese Stadt und das Poolhaus wirklich zu Hause. Ich fühle mich hier unglaublich wohl und bin froh, hier zu leben.

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1. Fest und Zwischenseminar

"Wir glauben, Erfahrungen zu machen, aber die Erfahrungen machen uns." - Eugène Ionesco

Es wird Zeit, von meiner 3ten Woche hier in Südafrika zu berichten.
Karo und ich werden uns Mitte Oktober aufteilen, sodass ich den nächsten Monat in der Playschool assistiere und Karo im Heim. Wir wechseln uns dann immer ab.

Montag habe ich mir dann den Tag über angeguckt, wie die Arbeit in der Playschool funktioniert, was meine Aufgaben dort sein werden und wie der Tagesablauf in etwa aussieht.
Dienstag war dann eine sehr aufgeregte Stimmung im Heim, da Dudus
Verabschiedungsbraii anstand. Sie ist eine Sozialmitarbeiterin, die viele Jahre im Haven tätig war und einen großen Teil dazu beigetragen hat, dass das Heim zu dem geworden ist, was es jetzt ist. Dementsprechend wurde sehr viel und sehr lecker gekocht und gutes Fleisch gegrillt. Es wurden viele unglaublich emotionale Reden gehalten, Dudu war wirklich ein sehr großer Teil des House of Resurrection. Gerade, dass Kinder versucht haben, etwas zu sagen,
aber einfach zu traurig waren, um noch Worte herauszubringen, war sehr rührend. Darüber hinaus war an diesem Nachmittag toll, entspannt mit den Kindern des Heimes zu spielen und zu tanzen und einfach mal viel Zeit mit ihnen zu haben. Alle Mitarbeiter und Kinder waren da und dementsprechend war es wirklich ein richtig schönes Abschiedsfest. Dazu kam noch das wundderbare Gefühl, schon jetzt ein richtiger Teil der Haven-Familie zu sein!


Von Mittwoch bis Freitag waren wir, alle 36 Freiwillige aus Südafrika, bei dem ersten Zwischenseminar im Areena Riverside Resort nahe East London. Bei diesem Seminar ging es beispielsweise darum, Präsentationen über die Einsatzstellen und das Leben in den verschiedenen Orten ( Stadt – Land ) vorzubereiten. Diese wurden dann neben einigen Gesprächen dazu genutzt, erste Eindrücke und positive Erfahrungen, genauso wie Herausforderungen und Ziele zu teilen. Es tat gut, alle Freiwilligen zum ersten Mal seit dem 2ten Vorbereitungsseminar in Deutschland, wieder zu sehen. Auch andere organisatorische Dinge wurden besprochen.
Ein weiteres Highlight des Seminars war eine Wanderung durch das echt schöne Resort, das am Nahoon-River gelegen ist. Dort haben wir Bekanntschaft mit Abby, einer sehr zutraulichen Giraffe gemacht, die sich streicheln lässt und gerne auf Menschen zukommt. Das sind dann immer wieder diese kleinen Dinge, die das Leben doch bereichern.

Durch das Seminar konnten wir unsere Ideen über Projekte und Vorhaben untereinander austauschen und alle einmal in Ruhe mit Brett, unserem Mentor, sprechen. Das war auf jeden Fall sehr hilfreich und motivierend!


Von East London aus sind wir dann in den Urlaub gefahren, darüber wird demnächst berichtet..

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Einige neue Eindrücke

„Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.“ - Mahatma Ghandi

Sonnenuntergang über P.E.
Sonnenuntergang über P.E.

Ich bin jetzt seit 2 Wochen in Südafrika. Ich weiß nicht, ob ich sagen soll: „Erst“ seit zwei Wochen oder „schon“ seit 2 Wochen.
„Erst“, weil es sich echt schon viel länger anfühlt. Ich lerne die Wege hier, die Kinder und alles andere besser kennen.
„Schon“, weil ich auch nach 2 Wochen jeden Tag viele neue Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse mit ins Bett nehme. Von diesen möchte ich wieder etwas berichten.
Zuerst möchte ich über das Wochenende schreiben.
Am Samstag sind einige von uns früh aufgestanden, um um 8 Uhr morgens den sogenannten Parkrun mitzulaufen. Dieses ist ein Lauf an der Strandpromenade hin und im Sand des schönen Strandes in der Stadt zurück, an dem jeder teilnehmen kann. Dieser 5-Kilometer-Lauf findet jeden Samstag statt und es ist einfach ein gutes Gefühl, mit cirka 150 anderen Leuten die gleiche Strecke zu laufen. Noch dazu war wunderschönes Wetter. Später sind wir zum Nelson-Mandela-Bay-Fußballstadion gefahren um uns spontan noch Karten für ein Fußballspiel (Endspiel eines mit dem DFB-Pokal vergleichbaren Cup) zu kaufen. Dort war es schon sehr besonders, fast als einzige Weiße nur mit Schwarzen in einem Stadion zu sein.
Sonntag waren wir noch in der Kirche. Dieses ist aber keine normale Kirche, sondern eine sehr Moderne gewesen, in der eine Band echt schöne Lieder gesungen hat und die Lyrics an die Wand projiziert wurden.
Montag haben Karo und ich einige Zeit mit den Kindern der Playschool gespielt und einiges Anderes erledigt.
Dienstag hatten wir nicht ganz so viel bei der Arbeit zu tun und die Kinder hatten früh Schulschluss. Dadurch konnte ich einfach mal so etwas Zeit mit den Kindern verbringen. Morgens war ich einige Zeit in der Playschool. Wenn man ein Kind hochhebt, kommen sofort 5 andere und schreien „Me also, me also“. Mega süß und gutes Armtraining ;-). Nachmittags habe ich wieder mit den Kindern Hausaufgaben gemacht, gespielt oder einfach mal so Mathe geübt. Allgemein fühlt es sich einfach toll an, dass immer mehr Kinder sowohl aus dem Heim, als auch aus der Playschool zu mir rennen und „hello Hanna“ schreien. Auch ein „Hello my friend“ mit einer Umarmung gepaart ist sehr schön!
Mittwoch war wieder Kirche, diesmal auch mit den Kindern aus der Playschool. Die Stimmung ist echt toll! Den ganzen Tag herrschte überall gute Laune, weil aufgrund des Heritage Day, ein südafrikanischer Feiertag, ein langes Wochenende bevorstand. Ich hatte zum ersten Mal alleine die Kinder aus der Schule abgeholt.

Da am Donnerstag Heritage-Day, ein südafrikanischer Feiertag war, hatten wir
Donnerstag und Freitag frei. Wir haben den Donnerstag ganz traditionell in unserer Familie hier verbracht, also wir sind mit unseren Leuten zusammen gewesen und haben alle realisiert, wie glücklich wir sind, hier zu sein.


Mich fasziniert es hier, wie Schwarze und Weiße zusammenleben. Klar gibt es einige Plätze, an denen fast nur Weiße sind und andere an denen nur Schwarze sind. Aber trotzdem war es gerade am Sonntag in der Kirche oder eher dem Konzertsaal echt schön zu sehen, wie alle Hautfarben zusammenkommen und keine Unterscheidung auffällt.
Das Wetter ist auch sehr außergewöhnlich hier. Es ändert sich wirklich schnell. Einen Tag ist es heiß, am nächsten extrem kalt.
Die Straßenverhältnisse sind hier auch echt anders als in Deutschland. Wenn man an Townships vorbei oder über Land fährt, ist es keine Seltenheit, dass Kühe, Pferde oder Ziegen unangebunden am Straßenrand stehen.

Jetzt kommen wieder einige Bilder nach einem so langen Text. Die Beschreibung zu diesen kann man sehen, wenn man das jeweilige Bild anklickt.

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Eine Woche da…

Der Anfang und das Ende liegen dicht bei einander, also genieße die Zeit dazwischen. Marcel Klyta

2 ganz liebe Jungs, als wir sie von der Schule abgeholt haben..
2 ganz liebe Jungs, als wir sie von der Schule abgeholt haben..

Hallo ihr Lieben,
ich bin jetzt seit einer Woche in Südafrika.
Nach einer reibungslos verlaufenen 28-stündigen Reise bin ich am Samstag, 12.09. gut in Port Elizabeth gelandet. Ich war sehr froh, dass ich nicht alleine, sondern mit Lukas geflogen bin, denn so wurde es nicht langweilig.
Am Flughafen von Port Elizabeth sind wir von Brett, unserem südafrikanischen Mentor, zusammen mit Arne und Kristof, 2 Freiwillige aus dem vorigen Jahrgang, die noch verlängert haben, abgeholt worden. Es war ein gutes Gefühl, endlich da zu sein.
Von dem Flughafen aus sind wir nur cirka 10 Minuten gefahren, bis wir in unserem Zuhause für ein Jahr angekommen ist.


Ich wohne zusammen mit Sina im sogenannten Poolhaus. Es ist ein kleines Häuschen hinten im Garten und am Pool. Hierdrin befinden sich 2 Betten, ein Schrank und noch Dieses und Jenes. Das Badezimmer ist durch eine halbhohe Wand abgetrennt, perfekt für Mädchen, denn so müssen sie nicht zu zweit aufs Klo ;-) Ich fühle mich hier in dem Poolhaus erstaunlich wohl.
Unsere Küche ist vorbei an dem Haus der Vermieter in die Flat vorne, wo Luc und Lukas wohnen. Dort sind auch ein Tisch, Stühle, Sofas etc.
Gekocht habe ich allerdings noch gar nicht, weil ich Mittagessen im House of Resurrection, meiner Arbeitsstelle, bekomme.
Tieneke, Karo, Esther und Julius wohnen 500 Meter weiter in 2 Wohnungen.


Und nun zu meiner Arbeit im House of Resurrection:
Karo und ich werden jeden Morgen cirka um 8 Uhr von Richard, dem Fahrer des Heims abgeholt. Auf dem Weg dorthin nehmen wir auch noch einige andere Mitarbeiterinnen mit. Die Stimmung ist meistens sehr gut und ausgelassen.
Wir sind nachmittags cirka um 17 Uhr wieder zu Hause.
Es ist noch nicht so sicher, was unsere Aufgaben in dem Jahr genau sein werden, aber ich berichte einfach mal davon, was wir diese Woche so gemacht haben.
Montag: Karo kennt sich ja schon ziemlich gut aus, weil sie seit einem Monat schon dort arbeitet. Sie hat mich den Mitarbeitern vorgestellt und mir das Heim gezeigt. Es war ein gutes Gefühl, herzlich Willkommen worden zu sein. Die Frauen haben mich sehr herzlich umarmt und sich gefreut.
Wir waren einkaufen und Essensspenden abholen. Diese haben wir dann durch 6 geteilt, alle Hausmütter bekommen gleich viel für ihre Familie. Die Hausmütter leben mit 6 oder 7 Kindern zusammen und es ist so eine sehr familiäre Atmosphäre. Mittags waren wir in der Playschool. Es war wunderschön, wie die kleinen Kinder im Alter bis cirka 4 Jahre einfach auf mich zugerannt sind und einfach 5 Kinder auf Mal entweder an meinen Haaren oder irgendwo anders an mir gespielt haben.
Dienstag: Wir haben beim Kochen für die Kinder der Playschool und die Mitarbeiter geholfen. Dann waren wir bei Pick’n Pay, einem Supermarkt, von dem wir 2 Mal wöchentlich Obst, Gemüse und Brot gespendet bekommen. Dieses haben wir dann wieder aufgeteilt. Hier habe ich schon echt gelernt, dass wir sehr sehr verschwenderisch in Deutschland leben und andere auf das, was wir wegschmeißen, angewiesen sind. Wir haben uns noch mit Nicolette, der Leiterin des Heims, unterhalten und ein paar Ideen für das kommende Jahr gesammelt. Nachmittags sind einmal alle 38 Kinder zusammengekommen, damit ich einmal vorgestellt werden kann, die sind einfach so süß! Auch haben wir jedem Kind ein paar passende Schuhe bringen können, die gespendet wurden. Die ungläubigen Blicke vor Freude sind echt unbezahlbar.
Mittwoch: Wir haben uns von 2 Hausmüttern etwas über deren Kinder und die Hintergründe der Kinder erzählen lassen. Die Schicksale sind sehr unterschiedlich und teilweise sehr hart, aber es ist gut, darüber Bescheid zu wissen. Wir haben später 6 Kinder von der Schule abgeholt und mit einigen Hausaufgaben gemacht. Das hat sehr viel Spaß gemacht.
Donnerstag: Wir haben wieder in der Küche geholfen und eine Essensspende abgeholt, Kinder aus der Schule abgeholt und Hausaufgaben mit ihnen gemacht. Schön, wenn Kinder einem mit Freude mitteilen, dass sie Hausaufgaben haben, damit man diese mit ihnen macht! Morgens war Kirche. In dem Heim ist auch ein kleiner Raum, der als Kirche genutzt wird und Nicolette ist auch Reverrend, also hat sie den Gottesdienst für die Mitarbeiter geleitet. Es wird Englisch, Afrikaans und Xhosa gesprochen, denn alle „Muttersprachen“ sind dort vertreten. Die Stunde ging unglaublich schnell rum und hat mich sehr gerührt, gerade, als im Gebet für Karo und mich gedankt wurde und alles Gute für unsere Familien in Deutschland gewünscht wurde.
Freitag: Karo und ich haben wieder in der Küche geholfen usw. und sind in verschiedene Läden gefahren, um Poster zu kaufen, auf denenen dokumentiert werden soll, welches Kind in der jeweiligen Familie sich am besten benommen hat oder am meisten Gutes getan hat. Dieses Kind soll dann etwas Besonderes bekommen oder erleben dürfen.
Ich fühle mich sehr wohl im House of Resurrection und bin froh, so herzlich in einer großen Familie aufgenommen worden zu sein. Ich fange an, guten Morgen auf Xhosa oder Afrikaans zu lernen und freue mich immer, als Gruß ganz herzlich und fest von allen umarmt zu werden.


In meiner freien Zeit war ich bisher beim Handballtrainings der P.E.Vikings. In der Mannschaft trainieren hauptsächlich Männer, aber auch Frauen. Die Männer sind aktuell südafrikanischer Meister. Das Training ist in einer Halle im Township und wird von Esther und Julius, 2 unserer Freiwilligen, die ziemlich gut Handball spielen, geleitet. Ansonsten waren wir Mädels auch im Fitnessstudio, mal sehen, wie oft ich da noch aufkreuzen werde in der nächsten Zeit. In PE. hat man wirklich viele Möglichkeiten, seine Freizeit zu gestalten. Es gibt viele verschiedene Clubs und Restaurants, die vergleichsweise sehr günstig sind. Sonntag waren wir am Sardinia Bay mit den P.E.lern. Dieser Strand ist ziemlich menschenleer und wunderschön! Riesige Dünen, feiner Sand und sehr hohe Wellen. Das erste Bad im indischen
Ozean war kurz, aber schön, denn so warm ist es hier noch nicht, ist ja auch gerade erst Frühling..


Ich denke das reicht erstmal, hier noch einige
erste Eindrücke:
-Die Menschen hier sind sehr offen und freundlich
-An den Linksverkehr kann man sich ziemlich schnell gewöhnen
-Man merkt, dass Südafrika wirklich ein „Land der Gegensätze“ ist. Ich realisiere das jeden Tag wenn ich aus unserem „guten Viertel“ an den Townships vorbei ins Heim fahre, denn Blechhütten stehen viel auch am Straßenrand.
-Die Kinder sind unglaublich dankbar für das, was sie haben und bekommen
-Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn mich ein Kind fröhlich anlächelt und umarmt
-Das Wetter kann sich sehr schnell, sehr radikal ändern
Übers Wochenende sind jetzt die Freiwilligen aus Jeffrey’s Bay und Port Alfred da und ich denke, wir werden sehr viel Spaß zusammen haben!
Bis bald, eure Hanna

In den nächsten Blogeinträgen werde ich noch weitere Bilder von der Umgebung usw. posten, aber erstmal denke ich reicht es, um einen Eindruck zu bekommen..

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Kurz vor dem Abflug

"Wohin das Herz will gerne ziehn, da tragen es die Füße hin"-Jüdische Spruchweisheit

Noch ein kurzer Eintrag vor meinem Abflug:
Die Koffer sind gepackt und es ist alles soweit fertig.

Morgen werden wir dann nach Frankfurt fahren, wo ich Lukas, mit dem ich zusammen fliege, treffen werde.

Ich weiß noch nicht, wann ich mich wieder werde melden können, weil unglücklicherweise gestern mein Laptop kaputt gegangen ist und ich ihn in Südafrika irgendwann zur Reperatur geben werde.
Ich hoffe, ich kann dann möglichst bald wieder schreiben!

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Zeitungsartikel und mehr

"Nicht im Kopfe, sondern im Herzen liegt der Anfang!"-Maxim Gorki

Dieses ist der Zeitungsartikel aus dem Osterholzer Kreisblatt am 02.09.15
Dieses ist der Zeitungsartikel aus dem Osterholzer Kreisblatt am 02.09.15

Hier könnt ihr den Bericht, der meine Pläne, Gefühle vor dem Abflug, Ziele und Informationen über Südafrika und „weltwärts“ zusammenfasst, lesen.
http://www.weser-kurier.de/region/osterholzer-kreisblatt_artikel,-Von-Pennigbuettel-nachSuedafrika-_arid,1199040.html

Gestern war im Osterholzer Kreisblatt ein Artikel über mich und meinen Freiwilligendienst. Im März habe ich bei „Pennigbüttel schnackt“, einem Treffen einiger engagierter Pennigbütteler, einen kleinen Vortrag über mein Vorhaben, nach Südafrika zu fliegen, gehalten. Die positiven Rückmeldungen waren überwältigend. Vor Kurzem wurde ich angesprochen, ob ich nicht Lust
hätte, mein Projekt in der lokalen Zeitung vorzustellen. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass einer der Zuhörer es mir ermöglicht hat, ein Gespräch in der Redaktion zu führen und dann letztendlich einen Artikel über mich selbst im Kreisblatt zu entdecken.
Ich bin stolz, den Freiwilligendienst so ein bisschen mehr publik gemacht haben zu können und vielleicht auch einige Leser meines Blogs mehr gewinnen zu können. Denn je mehr Menschen von meinen Erfahrungen lesen, desto mehr mögliche Vorurteile können abgebaut werden und desto mehr Menschen lernen durch die Berichte ein bisschen über eine andere Kultur.

Sehr liebe Nachrichten und Kommentare zu diesem Artikel und meinem Vorhaben unterstützen mich sehr und zeigen mir jedes einzelne Mal erneut, dass es die richtige Entscheidung ist, nächste Woche in den Flieger zu steigen und die Heimat erstmal zu verlassen.
Vielen Dank für eure alle Unterstützung und die lieben Worte von euch!

Was ich noch erwähnen möchte:
Ich habe meine erste (wenn auch kleine) sehr rührende Erfahrung mit Südafrikanerinnen gemacht.
Karo, meine Projektpartnerin im Haven, hat mir zum Geburtstag eine Sprachnachricht übers Internet geschickt, auf der sie und einige Mamas aus dem Kinderheim „Happy Birthday“ singen.
Eine der Hausmamas hat dann noch etwas sehr Nettes aus dem Hintergrund gesagt. Auch wenn es nur einige Sekunden waren, war ich schon jetzt gerührt von dieser Herzlichkeit und Freude auf mich als Freiwillige, obwohl sie mich noch nicht einmal kennen. Wie schön, wenn die kleinen aber feinen
Dinge im Leben einen so glücklich machen können!

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Visum!!

"Die Geduld nicht verlieren, auch wenn es unmöglich scheint, das ist Geduld." -Aus Japan

Der Reisepass MIT Visum!
Der Reisepass MIT Visum!

Sich in Geduld zu üben, das war in den letzten Wochen nicht ganz einfach..
Es hat lange und einige Mails, Telefonate und Datensammlungen gedauert, aber jetzt ist es endlich da, das Visum! Ich hätte niemals gedacht, dass man sich so sehr über einen Aufkleber freuen kann!
Heute, 3 Wochen vor meinem Abflug.

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Noch 24 Tage..

"Die Vorfreude ist eine Emotion, die durch die Erwartung eines künftigen, positiven Ereignisses gekennzeichnet ist." -Unbekannt

Immer was zu Lesen..
Immer was zu Lesen..

Eigentlich ist in letzter Zeit nicht viel bezüglich Südafrika passiert, aber irgendwie gibt es doch Einiges zu berichten. Die Vorfreude wächst mit jedem Tag.

Es ist ein Gefühl, das für Außenstehende wahrscheinlich sehr schwer nachzuvollziehen ist. Bisher konnte ich mir auch nicht vorstellen, wie
es ist, in weniger als einem Monat zu fliegen. Es ist, wie kurz vor dem 2-wöchigen Sommerurlaub zu stehen. Nur halt nicht 2 Wochen, sondern 52 Wochen. Dementsprechend stärker ist dann auch die Freude auf die Reise ins Unbekannte. Wie wir bei unserem Vorbereitungsseminar festgestellt haben, haben alle Freiwilligen in den Monaten vor der Abreise immer wieder Phasen, in
denen Respekt und Bedenken dominieren, die dann von Phasen der puren Vorfreude abgelöst werden. Seit Juli fühle ich mich aber so gut vorbereitet, dass die zweitgenannte Phase konsequent anhält.
Mittlerweile sind schon einige Freiwillige unten. Letzten Freitag sind 6 von uns nach Port Elizabethgeflogen, ich werde dann mit Lukas zusammen fliegen. Es ist wirklich spannend, zu hören, was die anderen schon so erlebt haben und wie es ihnen geht. Allerdings könnte ich tausende Fragen stellen,
weil ich so neugierig bin, die Antworten fallen eher knapp aus ( ich denke, das ist normal und sehr verständlich). Esther hat es gut auf den Punkt gebracht: „Du musst das echt selbst erleben.“
Ein weiterer Grund für diesen Blogeintrag ist, dass mir in den letzten Tagen aufgefallen ist, wie präsent das Thema Südafrika in meinem Leben ist. Es vergeht seit einigen Wochen kein Tag, an dem ich nicht irgendwem irgendwas über Südafrika erzähle, momentan muss meine Familie sich immer wieder alle noch so kleinen Neuigkeiten anhören. Auch fragt mich fast jeden Tag jemand,
wann es denn jetzt soweit ist, oder etwas anderes.

Ich freue mich sehr über das Interesse und rede wie gesagt gerne über das mir Bevorstehende. Ich freue mich also auf eure Fragen!

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"Sport has the power to change the world!"

Man kann den gleichen Berg auf unterschiedlichen Wegen besteigen.Und man kann den gleichen Weg auf ganz verschiedene Art und Weise gehen.

1 Jahr..
Genau 1 Jahr ist es heute her, dass Samuel, mein Bruder, nach einem Jahr, auch in Südafrika, wieder zurückgekommen ist. Es war ein sehr besonderer Tag.
In etwas mehr als einem Monat werde ich dann für ein Jahr fliegen.
Für mich ist es sehr besonders, mit einem sehr nahestehenden Menschen dann einige Erfahrungen zu teilen. Ich hätte niemals gedacht, dass wir beide einmal nach Südafrika gehen würden, aber Dinge kommen so, wie sie kommen und das Besondere am Leben ist ja, dass man nie weiß, was so passieren wird. Den Traum, nach der Schule ein Jahr im Ausland zu leben, bestand bei mir seit vielen Jahren, durch Samuel habe ich dann die Möglichkeit, einen Freiwilligendienst über weltwärts zu leisten, kennengelernt. Dadurch, dass wir beide sehr ähnliche Interessen haben, ist es dann sogar die gleiche Organisation geworden-der ASC Göttingen. Das ist für uns schon sehr besonders.

Aber durch Samuels guten Erfahrungen mit dem ASC Göttingen, wusste ich schon von Anfang an, dass ich mir keine Sorgen machen muss und dass ich eine super Betreuung haben werde!

Schon jetzt, nach der intensiven Vorbereitung durch den ASC, kann ich Samuels
Erzählungen viel besser nachvollziehen und nehme es ganz anders auf, wenn er mal wieder was aus seinem Leben in Südafrika erzählen wird.
Es tut mir sehr gut, zu wissen, dass es jemanden in Deutschland gibt, der mir bei Fragen immer zur Seite stehen wird und weiß, wovon ich rede.

Und wenn ich nicht mehr weiter weiß, habe ich immer jemanden (neben den Südafrika-Leuten), der mir zeigt, wie stark ich bin.
Und wenn ich nicht mehr weiter weiß, habe ich immer jemanden (neben den Südafrika-Leuten), der mir zeigt, wie stark ich bin.
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2. Vorbereitungsseminar

"You can make a great impact!" -Brett Armstrong

Die P.E-Girls Tieneke, Karo, Sina, Ich, Esther
Die P.E-Girls Tieneke, Karo, Sina, Ich, Esther

Afrika rückt immer näher.
In jetzt weniger als 2 Monaten geht es für mich endlich los und ich kann es mittlerweile kaum noch erwarten, dort anzukommen.
Vom 5.-12. Juli war für uns das letzte Vorbereitungsseminar zuerst im Harz und dann in Göttingen.
Alle Freiwilligen vom ASC 46, die nach Südafrika, Namibia, Tansania, Uganda und Sambia entsendet werden, wurden 8 Tage intensiv vorbereitet.
In Gruppen von cirka 14 Jugendlichen haben wir ganz unterschiedliche, aber wichtige Themen ausführlich besprochen.
Einen großen Teil der Woche machten Gespräche mit unserem Mentor in Südafrika, Brett Armstrong aus. Ich bin echt froh, dass wir ihn schon hier in Deutschland gut kennenlernen konnten. Es ist sehr beruhigend, zu wissen, dass dort in einem für uns unbekannten Land jemand ist, der immer für einen da ist, den man bei Fragen oder Sorgen oder Bitten immer ansprechen kann, und der für jeden eine Vertrauensperson darstellt. Brett hat uns viel über unsere Einsatzstellen, ehemalige Freiwillige und Südafrika an sich erzählt. Natürlich gehörten dazu auch Regeln, die wir einhalten müssen, damit unsere Sicherheit in Südafrika gewährleistet ist.


Auch gab es einen interkulturellen Teil. In diesem haben wir sowohl unsere deutsche (doch sehr spezielle) Kultur reflektiert, als auch über die südafrikanische Kultur gelernt. Melanie, die diesen Part des Seminars zusammen mit Moritz, einem ehemaligen Freiwilligen, geleitet hat, brachte uns viel über den Umgang mit den Menschen eines anderen Landes bei. Darüber hinaus haben wir lange über unsere Motive, Sorgen und Wünsche bezüglich des Auslandsjahres geredet. Es tat echt gut, sich mit so vielen Gleichgesinnten auszutauschen, und zu merken, dass es eigentlich doch allen gleich geht. Zum Einen ist bei jedem die Vorfreude riesengroß, doch auch hat jeder Einzelne ein paar Bedenken.

 

Das Programm, das sehr sehr viele Informationen enthielt, wurde durch einige
Sporteinheiten abgerundet. So haben wir zum Beispiel mit Justus, auch einem ehemaligen Freiwilligen, akrobatisch Pyramiden gebaut und mit Jonas aus Uganda afrikanisch getanzt. Auch führten wir Sportspiele, die wir auch mit den Kindern spielen können, durch.
Einen weiteren Höhepunkt bildete der Samstagabend. Nachdem wir geholfen haben, nach dem ASC-Sommerfest mit abzubauen, saßen wir nett zusammen und haben gegrillt. Dazu kamen auch einige weitere Ehemalige, sodass es ein sehr nettes Zusammentreffen "verschiedener Generationen" war und viel Gesprächsbedarf über die Einsatzstellen und Städte bestand.


Es ist schwer, alles, was in dieser Woche passiert ist, schriftlich festzuhalten und sich dabei kurz zu fassen. Aber ich muss ja schonmal für die Zeit, in der ich wahrscheinlich noch mehr Erfahrungen und Eindrücke sammeln werde, üben.
Also in kurz: Die Woche war wirklich sehr sehr schön.
Ich fühle mich jetzt super vorbereitet auf das, was kommen wird. Ich weiß, was ich einpacken sollte, was ich in Deutschland vorher noch erledigen muss, wie ich den Freiwilligendienst am besten angehen kann und was ich vermeiden
sollte. Julia, Ingo, Brett und Melanie haben uns gut vorbereitet. Es war aber auch gut, die Erfahrungen von ehemaligen Freiwilligen, die die ganze Woche dabei waren, zu hören. Ganz besonders war es aber, die anderen Mitreisenden noch besser kennenzulernen.
Es hat mich echt fasziniert, wie unterschiedlich wir alle sind und dass uns doch so vieles verbindet. Ich hätte niemals gedacht, dass sich Menschen in einer Gruppe so schnell ihre Gedanken und Gefühle anvertrauen können und auch so einfühlsam damit umgehen können.
Auch hätte ich nicht erwartet, dass es nach doch recht wenigen Tagen zusammen so komisch werden würde, sich für mindestens 2 Monate verabschieden zu müssen. Wir alle sind uns alle gegenseitig schon sehr ans Herz gewachsen, gerade in der "PE-Familie".
Nichtsdestotrotz war es ein sehr gutes Gefühl, sich mit den Worten:
„See you in Africa“ Tschüss zu sagen.

Und 2 Monate vergehen ja bekanntlich auch schneller als man denkt.

Beim ASC-Sommerfest
Beim ASC-Sommerfest
Luftballons beim ASC-Sommerfest
Luftballons beim ASC-Sommerfest
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Die offizielle Entsendung nach Südafrika

„Ihr könnt alle etwas schaffen!“-Boris Pistorius

Am Mittwoch, 17.06., ist die Reise nach Port Elizabeth wieder ein Stück nähergerückt.
Es fand die offizielle Entsendung nach Südafrika beim Landessportbund Niedersachsen statt. Hierzu waren alle Freiwilligen des ASC Göttingen von 1846 eingeladen, die in diesem Sommer für den Freiwilligendienst im Sport nach Südafrika fliegen werden.
Bei der Feier wurden verschiedene Reden, zum Beispiel von dem Präsidenten des
Landessportbundes, Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Umbach oder dem Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, gehalten. Auch junge Südafrikaner, die momentan in Deutschland einen Freiwilligendienst leisten, teilten ihre Erlebnisse mit uns. Das Programm, das auch eine kurze Vorstellung aller „Zukünftigen“ enthielt, wurde durch zwei Musiker aus dem Kongo abgerundet.
Der offizielle Teil wurde mit einem gemeinsamen Foto beendet.


Die Entsendungsfeier hat mich positiv überrascht.
Es wurden keine trockenen Reden gehalten, sondern alle sprachen sehr emotional und persönlich, was mir sehr gut gefiel. Durch diese Emotionalität und die Inhalte der Reden ist mir erneut bewusst geworden, was für eine Verantwortung man als Freiwillige in Südafrika hat. Es geht bei dem Dienst nicht nur darum, ein tolles Jahr für sich selbst zu verbringen und mit Kindern zu spielen, sondern es geht auch darum, die Partnerschaft zwischen
Niedersachsen und dem Eastern Cape zu pflegen und sich für diese einzusetzen.
Die Partnerschaft der beiden Regionen besteht dieses Jahr seit 20 Jahren und hat schon viel zu dem interkulturellen Austausch, auch gerade im Bereich des Sportes, beigetragen.
Als Freiwillige sind wir alle Repräsentanten des Landes Niedersachsens und für die funktionierende Partnerschaft verantwortlich.


Dieses ist uns nochmal ausführlich nach einem gemeinsamen Mittagessen erklärt worden. Es fand ein Seminar mit Lars Koenig, dem Repräsentanten des Landes Niedersachsen im Eastern Cape, statt.
Lars ist gleichzeitig neben Brett Armstrong, den wir noch kennenlernen werden, unser Mentor in Südafrika, den wir bei Problemen ansprechen können.
Es war ein Tag mit sehr vielen Informationen, wodurch wir alle am Ende nicht mehr ganz so aufnahmefähig waren.
Es war aber auch ein sehr schöner Tag, an dem die Vorfreude aller auf das Jahr wieder zum Ausdruck kam. Das Wiedersehen, nachdem wir Freiwilligen uns seit dem 1. Seminar im März nicht mehr gesehen haben, war sehr schön und erstaunlich vertraut, als würde man sich schon viel länger kennen.

Es schweißt uns alle zusammen, in einer ganz besonderen Situation zu sein und seine Erwartungen, Hoffnungen, Wünsche und Ängste zu teilen.

 

Wenn ich auf meinen Countdown gucke und sehe, dass es nur noch 83 Tage sind, bis ich fliege, fängt mein Herz sofort an, vor Freude und Aufregung etwas schneller zu hüpfen.
Noch genieße ich aber die Zeit im kühlen Deutschland voller Vorfreude auf das, was vor mir liegt.


Auf diesem Bild sind alle Freiwilligen aus Niedersachsen, zusammen mit den anderen Gästen der Feier zu sehen.

Der Port Elizabeth-Trupp

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Ein ganz besonderes Jahr

„Ab jetzt seid ihr alle ein Teil der „Weltwärts-Familie“! Jetzt beginnt euer Jahr in Südafrika!“
Das wurde uns, den 36 Freiwilligen, die im Sommer für ein Jahr nach Südafrika reisen, am Anfang des ersten Vorbereitungsseminares gesagt.
Und es stimmt. Schon jetzt gibt es sehr viel zu erledigen, um die Reise nach Südafrika vorzubereiten. Atteste vom Arzt, das Erstellen einer Spendenmappe, der Visumsantrag und und und. Auch wenn es viel zu tun ist, macht es Spaß.
Die Freude auf das Jahr und das Erleben etwas ganz Anderem nach all dem Abistress, motiviert einen sehr, diese Dinge zu machen.


Nachdem ich im Herbst die Bewerbung für eine Stelle als Freiwillige in Afrika an den ASC Göttingen schickte, wurde ich zum Auswahlseminar im Januar nach Göttingen eingeladen. Schon hier habe ich tolle Erfahrungen machen dürfen. Dazu gehörten zum Beispiel das Spielen von Mannschaftsspielen, Tanzen und kurze Vorträge.
Nach dem Auswahlseminar wurde ich zu der zweiten Runde, einem Bewerbungsgesprächin Form eines Gruppen- und Einzelgespräches nach Hannover zum LandesSportBund Niedersachsen eingeladen.
Kurze Zeit später erhielt ich die Zusage und war unglaublich glücklich darüber!
Von nun an hieß es warten auf das 1. Vorbereitungsseminar in Göttingen im März.
Dort ging es überwiegend um Organisatorisches.
„Wie erstelle ich eine Spendenmappe?“ „Wie beantrage ich das Visum?“ „Wofür bin ichnoch zuständig?“ „Welche Impfungen brauche ich?“ - Das sind einige der Fragen, die geklärt wurden. Natürlich kam aber auch der Spaß nicht zu kurz, so wurde gemeinsam gekocht, gespielt und gesungen.
Einen Höhepunkt des Seminars stellte die Einsatzplatzvergabe relativ am Anfang dar. Es war sehr spannend, zu erfahren wer wo mit wem in welches Projekt kommen wird.

Als ich dann erfuhr, dass ich in dem House of Resurrection, Aids-Haven eingesetzt werde, war ich unglaublich glücklich, denn ich habe mir sehr gewünscht, dorthin zu kommen. Ich hatte mich zuvor auf den Blogs ehemaliger Freiwilliger informiert und den Wunsch entwickelt, genau in dem Kinderheim zu arbeiten. Auch habe ich mich sehr über die Leute, die mit mir in Port Elizabeth sein werden, gefreut. Wir verstehen uns gut und haben sofort angefangen, Pläne zu machen, was wir dort erleben wollen.
Wir sind uns auf jeden Fall alle einig: Das Jahr wird etwas ganz Besonderes werden!

Die P.E.-Familie
Die P.E.-Familie
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