Eine Woche da…

Der Anfang und das Ende liegen dicht bei einander, also genieße die Zeit dazwischen. Marcel Klyta

2 ganz liebe Jungs, als wir sie von der Schule abgeholt haben..
2 ganz liebe Jungs, als wir sie von der Schule abgeholt haben..

Hallo ihr Lieben,
ich bin jetzt seit einer Woche in Südafrika.
Nach einer reibungslos verlaufenen 28-stündigen Reise bin ich am Samstag, 12.09. gut in Port Elizabeth gelandet. Ich war sehr froh, dass ich nicht alleine, sondern mit Lukas geflogen bin, denn so wurde es nicht langweilig.
Am Flughafen von Port Elizabeth sind wir von Brett, unserem südafrikanischen Mentor, zusammen mit Arne und Kristof, 2 Freiwillige aus dem vorigen Jahrgang, die noch verlängert haben, abgeholt worden. Es war ein gutes Gefühl, endlich da zu sein.
Von dem Flughafen aus sind wir nur cirka 10 Minuten gefahren, bis wir in unserem Zuhause für ein Jahr angekommen ist.


Ich wohne zusammen mit Sina im sogenannten Poolhaus. Es ist ein kleines Häuschen hinten im Garten und am Pool. Hierdrin befinden sich 2 Betten, ein Schrank und noch Dieses und Jenes. Das Badezimmer ist durch eine halbhohe Wand abgetrennt, perfekt für Mädchen, denn so müssen sie nicht zu zweit aufs Klo ;-) Ich fühle mich hier in dem Poolhaus erstaunlich wohl.
Unsere Küche ist vorbei an dem Haus der Vermieter in die Flat vorne, wo Luc und Lukas wohnen. Dort sind auch ein Tisch, Stühle, Sofas etc.
Gekocht habe ich allerdings noch gar nicht, weil ich Mittagessen im House of Resurrection, meiner Arbeitsstelle, bekomme.
Tieneke, Karo, Esther und Julius wohnen 500 Meter weiter in 2 Wohnungen.


Und nun zu meiner Arbeit im House of Resurrection:
Karo und ich werden jeden Morgen cirka um 8 Uhr von Richard, dem Fahrer des Heims abgeholt. Auf dem Weg dorthin nehmen wir auch noch einige andere Mitarbeiterinnen mit. Die Stimmung ist meistens sehr gut und ausgelassen.
Wir sind nachmittags cirka um 17 Uhr wieder zu Hause.
Es ist noch nicht so sicher, was unsere Aufgaben in dem Jahr genau sein werden, aber ich berichte einfach mal davon, was wir diese Woche so gemacht haben.
Montag: Karo kennt sich ja schon ziemlich gut aus, weil sie seit einem Monat schon dort arbeitet. Sie hat mich den Mitarbeitern vorgestellt und mir das Heim gezeigt. Es war ein gutes Gefühl, herzlich Willkommen worden zu sein. Die Frauen haben mich sehr herzlich umarmt und sich gefreut.
Wir waren einkaufen und Essensspenden abholen. Diese haben wir dann durch 6 geteilt, alle Hausmütter bekommen gleich viel für ihre Familie. Die Hausmütter leben mit 6 oder 7 Kindern zusammen und es ist so eine sehr familiäre Atmosphäre. Mittags waren wir in der Playschool. Es war wunderschön, wie die kleinen Kinder im Alter bis cirka 4 Jahre einfach auf mich zugerannt sind und einfach 5 Kinder auf Mal entweder an meinen Haaren oder irgendwo anders an mir gespielt haben.
Dienstag: Wir haben beim Kochen für die Kinder der Playschool und die Mitarbeiter geholfen. Dann waren wir bei Pick’n Pay, einem Supermarkt, von dem wir 2 Mal wöchentlich Obst, Gemüse und Brot gespendet bekommen. Dieses haben wir dann wieder aufgeteilt. Hier habe ich schon echt gelernt, dass wir sehr sehr verschwenderisch in Deutschland leben und andere auf das, was wir wegschmeißen, angewiesen sind. Wir haben uns noch mit Nicolette, der Leiterin des Heims, unterhalten und ein paar Ideen für das kommende Jahr gesammelt. Nachmittags sind einmal alle 38 Kinder zusammengekommen, damit ich einmal vorgestellt werden kann, die sind einfach so süß! Auch haben wir jedem Kind ein paar passende Schuhe bringen können, die gespendet wurden. Die ungläubigen Blicke vor Freude sind echt unbezahlbar.
Mittwoch: Wir haben uns von 2 Hausmüttern etwas über deren Kinder und die Hintergründe der Kinder erzählen lassen. Die Schicksale sind sehr unterschiedlich und teilweise sehr hart, aber es ist gut, darüber Bescheid zu wissen. Wir haben später 6 Kinder von der Schule abgeholt und mit einigen Hausaufgaben gemacht. Das hat sehr viel Spaß gemacht.
Donnerstag: Wir haben wieder in der Küche geholfen und eine Essensspende abgeholt, Kinder aus der Schule abgeholt und Hausaufgaben mit ihnen gemacht. Schön, wenn Kinder einem mit Freude mitteilen, dass sie Hausaufgaben haben, damit man diese mit ihnen macht! Morgens war Kirche. In dem Heim ist auch ein kleiner Raum, der als Kirche genutzt wird und Nicolette ist auch Reverrend, also hat sie den Gottesdienst für die Mitarbeiter geleitet. Es wird Englisch, Afrikaans und Xhosa gesprochen, denn alle „Muttersprachen“ sind dort vertreten. Die Stunde ging unglaublich schnell rum und hat mich sehr gerührt, gerade, als im Gebet für Karo und mich gedankt wurde und alles Gute für unsere Familien in Deutschland gewünscht wurde.
Freitag: Karo und ich haben wieder in der Küche geholfen usw. und sind in verschiedene Läden gefahren, um Poster zu kaufen, auf denenen dokumentiert werden soll, welches Kind in der jeweiligen Familie sich am besten benommen hat oder am meisten Gutes getan hat. Dieses Kind soll dann etwas Besonderes bekommen oder erleben dürfen.
Ich fühle mich sehr wohl im House of Resurrection und bin froh, so herzlich in einer großen Familie aufgenommen worden zu sein. Ich fange an, guten Morgen auf Xhosa oder Afrikaans zu lernen und freue mich immer, als Gruß ganz herzlich und fest von allen umarmt zu werden.


In meiner freien Zeit war ich bisher beim Handballtrainings der P.E.Vikings. In der Mannschaft trainieren hauptsächlich Männer, aber auch Frauen. Die Männer sind aktuell südafrikanischer Meister. Das Training ist in einer Halle im Township und wird von Esther und Julius, 2 unserer Freiwilligen, die ziemlich gut Handball spielen, geleitet. Ansonsten waren wir Mädels auch im Fitnessstudio, mal sehen, wie oft ich da noch aufkreuzen werde in der nächsten Zeit. In PE. hat man wirklich viele Möglichkeiten, seine Freizeit zu gestalten. Es gibt viele verschiedene Clubs und Restaurants, die vergleichsweise sehr günstig sind. Sonntag waren wir am Sardinia Bay mit den P.E.lern. Dieser Strand ist ziemlich menschenleer und wunderschön! Riesige Dünen, feiner Sand und sehr hohe Wellen. Das erste Bad im indischen
Ozean war kurz, aber schön, denn so warm ist es hier noch nicht, ist ja auch gerade erst Frühling..


Ich denke das reicht erstmal, hier noch einige
erste Eindrücke:
-Die Menschen hier sind sehr offen und freundlich
-An den Linksverkehr kann man sich ziemlich schnell gewöhnen
-Man merkt, dass Südafrika wirklich ein „Land der Gegensätze“ ist. Ich realisiere das jeden Tag wenn ich aus unserem „guten Viertel“ an den Townships vorbei ins Heim fahre, denn Blechhütten stehen viel auch am Straßenrand.
-Die Kinder sind unglaublich dankbar für das, was sie haben und bekommen
-Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn mich ein Kind fröhlich anlächelt und umarmt
-Das Wetter kann sich sehr schnell, sehr radikal ändern
Übers Wochenende sind jetzt die Freiwilligen aus Jeffrey’s Bay und Port Alfred da und ich denke, wir werden sehr viel Spaß zusammen haben!
Bis bald, eure Hanna

In den nächsten Blogeinträgen werde ich noch weitere Bilder von der Umgebung usw. posten, aber erstmal denke ich reicht es, um einen Eindruck zu bekommen..

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Kommentare: 7
  • #1

    Sophia R. (Samstag, 19 September 2015 20:53)

    Meine liebe Hanna,

    deine Erzählungen klingen super! Auch die Fotos sind wirklich beeindruckend! :-)
    Es ist schön zu wissen, dass es dir so gut geht, du dich wohlfühlst und eine tolle erste Woche hattest.
    Fühl dich gedrückt, ich denke fest an dich!

    Ganz viel Liebe,

    deine Sophia <3

  • #2

    Friedo (Samstag, 19 September 2015 21:09)

    Hallo Hanna, danke für diesen ersten Eindruck. Das sind tolle Bilder und bereits beeindruckende Erfahrungen. Wir wünschen dir weiterhin alles Gute.

  • #3

    Heike Simon (Samstag, 19 September 2015 21:22)

    Hallo Hanna, schoen, dass Du gut "angekommen" bist und Dich wohl fuehlst! Ich wuensche Dir weiterhin gute Erlebnisse!

    Liebe Gruesse, Heike

  • #4

    susanne (Sonntag, 20 September 2015 12:09)

    Hallo Hanna, ich war ganz vertieft in deinen Bericht und freue mich sehr, dass du dort so herzlich empfangen wurdest. Evtl. könnten wir (wenn du dich richtig eingelebt hast) mal überlegen, ob wir nicht eine Patenschaft organisieren könnten mit dem Kindergarten, in dem ich arbeite und dem Kindergarten bzw. Preschool dort, was meinst du? Liebe Grüsse .....

  • #5

    Jörn (Montag, 21 September 2015 08:11)

    Hallo Hanna
    Schön, dass Du gut angekommen bist und Dir bisher alles gut gefällt. Ich wünsche Dir, dass es so bleibt und Du ein erlebnisreiches Jahr vor Dir hast.

  • #6

    Hanna (Mittwoch, 23 September 2015 21:04)

    Vielen lieben Dank, für die lieben Kommentare und Wünsche! Ich freue mich sehr, über so tolle Rückmeldungen!!

  • #7

    Reinhard (Donnerstag, 24 September 2015 15:07)

    Gut dass dein PC schon wieder funktioniert und Du die Berichte schreiben kannst. Schön zu sehen, dass Dich die Aufgabe mit den Kindern offenbar richtig glücklich macht. Weiterhin alles Gute.