Die Arbeit in der Playschool

„Wenn du dir gerade keinen Ort der Welt vorstellen kannst, an dem du lieber wärst, als der, wo du gerade bist, dann bist du angekommen.“

Ich könnte mir momentan keinen Ort vorstellen, an dem ich lieber wäre. Diese Woche habe ich angefangen, hauptsächlich in der Playschool zu arbeiten. Diese Arbeit gefällt mir wirklich richtig gut und ich bin dort total glücklich. In der Playschool wird zusammen gegessen, gesungen, musiziert, gespielt usw. Es wird viel gebetet und auch die Nationalhymne geübt. Dazu kommen schulvorbereitende Elemente, wie Zahlen und Buchstaben üben.. Auch werden in der Playschool wichtige Verhaltensregeln beigebracht. Zum Beispiel müssen sich die Kinder melden, wenn sie in der „Unterrichtszeit“ etwas sagen wollen, lernen es „danke“ und „bitte“ zu sagen.
Meine Aufgaben in der Playschool sind sehr vielfältig. Ich helfe den Kindern beim Malen, lese Geschichten vor, singe und spiele mit ihnen drinnen und draußen. Dazu kommt das Aufräumen und vieles vieles mehr. Innerhalb dieser Woche ist das Verhältnis zwischen den Kindern und mir schon sehr viel enger geworden. Zum Einen durch das ganze gemeinsame Spielen, zum Anderen dadurch, dass ich die Kinder immer besser kennenlerne und verstehe. So sehe ich, wer wo einen Streit angefangen hat und wer gerade nicht ganz ehrlich war. Dadurch kann ich den Kindern Softskills, wie sich entschuldigen, niemanden hauen, leise sein, wenn es gefordert ist, und vieles mehr beibringen.
Die drei Mitarbeiterinnen (Jennefer, Charly, Jeannesse) in der Playschool sind wirklich super nett und herzlich und freuen sich über meine Mithilfe sowie meine eigenen Ideen und Spiele. Da das Wetter besser wird, können wir immer öfter draußen sein. So habe ich angefangen, einige Bewegungsspiele (ich mache ja einen Freiwilligendienst im Sport ;-)) zu starten. Beispielsweise haben wir bei einer vereinfachten Version von „Fischer Fischer wie tief ist das Wasser“ die verschiedensten Arten übers Wasser zu Laufen ausprobiert. Ich bin sehr dankbar darüber, dass ich in der Playschool so viele eigene Vorschläge einbringen kann und auch dazu komme, ein bisschen Sport mit den Kindern zu machen. Darüber hinaus ist es einfach unglaublich schön, jeden Tag so viele Stunden in so lebensfrohe, lächelnde Gesichter zu sehen und so viel Liebe zu empfangen und zu verteilen.
Nachmittags gehe ich weiterhin einigen Aufgaben im Heim, wie Hausaufgaben machen und Schüler abholen, nach. Dadurch vergeht jeder Tag wie im Fluge und ist sehr bunt gemischt.


Was gibt es sonst noch zu berichten? Einige Mitarbeiterinnen, gerade die aus der Playschool, haben angefangen, mir Afrikaans beizubringen. Jeden Tag wird mir ein neuer Satz beigebracht und aufgeschrieben, sodass ich mich hoffentlich bald schon gut verständigen kann. Begrüßungen kann ich immerhin schon auf Xhosa und Afrikaans. Mir wurde in letzter Zeit auch einige Male gesagt, ich sei sehr südafrikanisch, zum Beispiel von meinem Verhalten her. Für mich ist es natürlich schön, so etwas zu hören. Des Weiteren wird mir immer wieder klar, wie klein die Welt doch ist. In einigen Lehrbüchern sind genau die gleichen Fotos wie in Büchern, die es in Deutschland gibt. Teilweise haben die Lieder die gleiche Melodie wie Lieder in Deutschland (z.B. Bruder Jakob), oder es werden mir bekannte Spiele gespielt. Das ist irgendwie echt faszinierend.


Sonnige Grüße aus dem Süden, eure Hanna

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