Einmal nach Kapstadt und zurück

"Die Reise besteht nicht nur aus der Ankunft. Was ebenso zählt, ist der Weg" -Unbekannt

Auf dem Tafelberg mit Blick auf Kapstadt!
Auf dem Tafelberg mit Blick auf Kapstadt!

Erst einmal möchte ich euch ein richtig gutes, gesundes und glückliches neues Jahr wünschen. Ein sehr aufregendes und besonderes Jahr habe ich zusammen mit den anderen Freiwilligen an einem Strand in Kapstadt verabschiedet und ein neues, in welchem auch viel anstehen wird, begrüßt.


Kurz nach Weihnachten sind Sina, mit der ich zusammen wohne, und ich, zusammen auf der sogenannten „Route 62“ zuerst nach Oudtshoorn gefahren. Dort hatten wir die Möglichkeit, auf einer Straußenfarm Strauße schlüpfen zu sehen, sie zu reiten und auch zu streicheln. Am nächsten Tag haben wir noch Babygiraffen streicheln und füttern können, bevor es für uns weiterging, aus einem kleinen Ort in dem Inland Südafrikas zu einer der größten Metropole dieses Landes:
Kapstadt! Es ist eine wunderschöne Stadt, die auf der einen Seite das Meer umsäumt und auf der anderen von dem Tafelbergkomplex geschützt wird. Kapstadt ist eine recht europäische Stadt, ich habe mich dort nicht wie in Afrika gefühlt! Die Mall und die vielen Restaurants an der Waterfront sind ebenso einen Besuch wert wie die Strände rund um und in dieser zu Silvester sehr sehr vollen und tobenden Stadt. Da die Menschenmassen für eine gewisse Hektik sorgten, tat es gut, 2 Ausflüge außerhalb der Innenstadt zu unternehmen.
Zum Einen war die cirka 2 ½ stündige Wanderung auf den Tafelberg als letzte zu überwindende Hürde in 2015 eine gute Herausforderung. Schon um 8 Uhr morgens war es wirklich heiß und die Sonne kühlte uns auch nicht ab. Da auch auf dem Tafelberg ein reger Verkehr herrschte und eine Seilbahn zurück schon morgens längere Wartenszeit beansprucht hätte, haben wir nach einer längeren Pause mit wunderschönem Blick über die „City-Bowl“ den Rückweg zu Fuß in Angriff genommen. Nachdem wir gut wieder unten angekommen sind, waren wir dementsprechend doch recht kaputt.
Neujahr ging es für uns vorbei an bunten Häusern und einem Pinguinstrand zu dem berühmten Kap der guten Hoffnung und dem „Cape Point“.


Auf dem Rückweg haben wir zusammen mit Karo, Tieneke und Julius einige schöne Orte an der sogenannten „Gardenroute“ besucht. Auch wenn uns diese kleinen Städte am Meer sehr touristisch und nicht südafrikanisch vorkamen, haben wir die Zeit zu 5t doch sehr genossen. Letztendlich ist es einfach immer wieder faszinierend, wie vielfältig dieses Land doch ist. Von hohen Bergen geht es zu flachen Gegenden, dürre Landschaften wechseln sich mit großen Grünflächen ab, Flüsse, die im Sommer nicht mehr als Flüsse erkannt werde können, weil sie ausgetrocknet sind, werden im Winter voll mit Wasser sein. Alle 10 Minuten könnte ich beim Fahren meine Kamera rausholen und ein Foto von der umliegenden Natur machen, weil sich die ganze Stimmung einfach verändert hat und alles ganz anders aussieht. Südafrika schafft es, dass sich seine Besucher innerhalb kurzer Zeit fühlen, als wären sie in Deutschland, Österreich, Spanien, Schweden und und und.


Ein Highlight am Ende des Urlaubs war der Bungeejump, den Karo und ich in Tsitsikamma gemacht haben. Es ist der höchste Bungeesprung von einer Brücke der Welt. Nach vielen Minuten der Aufregung und Vorfreude ging es dann neben der großen Autobrücke entlang zu der darunterliegenden Plattform, von der täglich cirka 180 Menschen den Sprung in die Luft wagen. Dort wurden bei lauter und motivierender Musik von gut gelaunten Menschen die Seile befestigt und Vorbereitungen für den Sprung getroffen. Als dann mein Name ertönte, habe ich mich total auf dieses einmalige Erlebnis des in die Luft Springens und Fliegens gefreut. Nach dem Absprung ist es zuerst ein ganz seltsames Gefühl, so weit runter gucken zu können, ohne festen Boden unter den Füßen zu haben. Doch das Fliegen, das Gefühl der Schwerelosigkeit und einige Momente, alleine in dem Luftraum, füllen einen so sehr mit Adrenlin und Endorphinen, dass man am Liebsten nochmal springen würde.
Manchmal muss man einfach den Schritt ins Nichts wagen, um seinen Horizont zu erweitern.


Nach dem zweiten Zwischenseminar im Dezember, vielen neuen Städten, die ich gesehen habe, vielen neuen Menschen, die ich kennengelernt habe, einem ganz anderen Weihnachtsfest, einem Silvester im Sommer am Strand (inclusive Neujahrsbaden im Atlantik) und vielen Erinnerungen, die ich aus diesem vergangenen Monat mitnehmen werde, freue ich mich nun schon wieder sehr darauf, Montag wieder ins Haven zu fahren. Die ganzen Kuschelaktionen, Umarmungen, schreienden, lachenden Kinder, die lieben Mitarbeiter und der Alltag sind ein Teil von mir geworden, der mir in den letzten Wochen
gefehlt hat.

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