Zurück zum "Haven-Leben"

"Wer hohe Türme bauen will, muss lange beim Fundament verweilen." -Anton Bruckner

Autofahren das ist schön, Autofahren das macht Spaß!
Autofahren das ist schön, Autofahren das macht Spaß!

Jetzt, wo das Jahr schonwieder zu fast 1/12 des neuen Jahres vergangen ist, möchte ich den Beginn des Solchen einmal Revue passieren lassen. Ich muss sagen, es ist schonwieder außerordentlich viel geschehen und jetzt, wo ich auch mein Rückflugdatum weiß, scheint die Zeit von Flugzeugtempo auf Raumfahrttempo umgestiegen zu sein und noch mehr zu verfliegen als sonst. Aber das ist ja ein positives Zeichen.
Hier in Südafrika wirkt es für mich so, als wäre das neue Jahr ein Neuanfang. Im Haven haben wir 2 neue Mitarbeiter und Reney, die ein großer Teil des Havens war, ist gegangen. So muss sich hier erst mal Einiges neu finden, aber einige Veränderungen bringen einen ja oft voran.
Momentan arbeite ich weiterhin im Heim, wo ich Büroarbeit übernehme und oft Mitarbeiter und Kinder zu verschiedenen Destinationen (Krankenhaus, Einkaufsladen, Friseur,...) fahre. Nachmittags werden jeden Tag die Kinder aus einer Schule von mir abgeholt, von 6 ist die Zahl derer auf 9 gestiegen, dementsprechend auch die Lautstärke im Auto. Aber es ist ein ganz vertrautes Gefühl, aus dem Auto zu steigen, zu dem Abholbereich zu gehen und fröhliche Kinder, die sich auf zu Hause freuen, in die Arme zu schließen.
Auch ist der Lautstärkepegel hoch, noch höher, wenn die Frage: „Are we going to the pool today?“ von Karo und mir mit „Yes“ beantwortet wird. Wir fahren montags und mittwochs noch immer zum Pool, um die Kinder an Wasser zu gewöhnen und ihnen Schwimmen beizubringen. Ihre Fortschritte sind wirklich gut. Wenn ein Kind am Anfang der Stunde noch zitternd an uns klammert und am Ende im Wasser spielt und taucht, ist das sehr freudebereitend.
Da momentan die Schulen geschlossen sind, weil die Lehrer kein Gehalt bekommen haben und nun streiken, sind die Kinder den ganzen Tag hier im Haven. So konnte ich in letzter Zeit viel mit ihnen spielen, reden und auch ein paar Sportübungen machen. Dabei wird uns bei gut 30 Grad, die hier momentan sind, ordentlich warm. Auch ist es uns sehr wichtig, so oft wie möglich Hausaufgaben mit den Kindern zu machen, da viele von ihnen große Probleme mit dem Lernen haben. Während Karo den Vormittag den kleinen Kinder in der Playschool die Farben beibringt, sitze ich also oft mit den Jungs und Mädels zusammen und übe das ABC und die Zahlen ganz nach dem Motto „Wer hohe Türme bauen will, muss lange beim Fundament verweilen.“.
Des Weiteren hole ich dienstags und donnerstags die Essensspenden, nicht mehr verkäufliche Backwaren und Obst, Gemüse, aus einem Supermarkt ab. Letzten Dienstag habe ich einen Jungen mitgenommen, was dazu führte, dass ein Mitarbeiter mit mir über die Kinder, die Möglichkeiten derer, mit anderen zu interagieren, geredet hat und sie letztendlich in einen Fußballclub im Dorf eingeladen hat, um auch eine gute Verbindung des Vereins mit dem Haven aufzubauen. Bald werden wahrscheinlich einige unserer Jungs dort mit anderen zusammen Fußball spielen können. Wie schön, dass sich so etwas daraus entwickeln kann, dass man einfach ein Kind mal mit sich mitnimmt. Wie schön, dass es immer wieder Überraschungen im Leben gibt.
In diesem Sinne ist das nächste Kapitel in der 1-jährigen Geschichte fertiggestellt und ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung. Es ist viel für die nächsten Wochen geplant, auf das ich sehr gespannt bin.

Liebe Grüße, eure Hanna

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